Gewerkschaft

Nokias Strategieschwenk kostet bis zu 6000 Jobs in Finnland

15.02.2011
Der Strategieschwenk beim Handybauer Nokia hin zu einer Allianz mit Microsoft könnte laut Gewerkschaftsschätzungen bis zu 6.000 Nokia-Mitarbeitern in Finnland ihren Job kosten.

Der Stellenabbau dürfte vor allem die Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung treffen, zitiert die "Financial Times" (Dienstagausgabe) den Chef der finnischen Gewerkschaft Pro, Antti Rinne.

Stephen Elop und Steve Ballmer beim folgenschweren Shakehands
Stephen Elop und Steve Ballmer beim folgenschweren Shakehands
Foto: Nokia

Bei der Ankündigung der Zusammenarbeit mit Microsoft hatte Vorstandschef Stephen Elop in der vergangenen Woche bereits eingeräumt, dass es weltweit "erhebliche Kürzungen" und damit einen Stellenabbau bei Nokia geben werde. Genauere Zahlen hatte er nicht genannt. Nokia hatte zum Jahresende 2010 knapp 132.500 Mitarbeiter. Kurz nach der Ankündigung hatten Nokia-Mitarbeiter in Finnland bereits gestreikt. Nokia will bei seinen Smartphones künftig das Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 7 einsetzen.

Laut Rinne hat Nokia der Gewerkschaft bisher noch keine Details zu den anstehenden Stellenstreichungen gegeben. Seine Schätzung von bis zu 6000 wegfallenden Arbeitsplätzen beruhen auf der Anzahl der Nokia-Beschäftigen, die sich bislang um das eigene Betriebssystem Symbian und das zusammen mit Intel entwickelte MeeGo kümmerten. Beide Systeme dürften künftig allenfalls noch ein Schattendasein fristen, da sich Nokia auf die Partnerschaft mit Microsoft konzentriert und etwa Symbian nur noch für einfachere Handy-Modelle einsetzen will. (dpa/tc)