Der Job-Hopper

Nokias neuer Mann im Porträt

10.09.2010
Der künftige Nokia-CEO hat in fünf Jahren fünf Arbeitgeber gesehen. Ob er es bei Nokia länger aushält, steht in den Sternen. Arbeit gäbe es zuhauf.
Stephen Elop, künftiger CEO und President Nokia.
Stephen Elop, künftiger CEO und President Nokia.

Nokia hat den Anschluss bei den boomenden Smartphones verloren. Das soll Elop nun ändern. Erfahrung mit dem Handy-Geschäft hat er allerdings kaum. Den Großteil seines Berufslebens verbrachte der 46 Jahre alte Kanadier in der Software-Branche.

Mitte der Neunziger Jahre heuerte er beim Videosoftware-Spezialisten Macromedia an und arbeitete sich bis zum Firmenchef hoch. Insgesamt acht Jahre hielt er es im Unternehmen aus. Danach wechselte er alle ein, zwei Jahre seinen Job - ein Tempo, das zu seinem Hobby passt, dem Eishockey.

2005 übernahm der Rivale Adobe die kleinere Macromedia, Elop wechselte mit. 2007 zog es ihn dann zum Netzwerkausrüster Juniper, wo er das Tagesgeschäft steuerte, bevor ihn 2008 der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft als Chef seiner wichtigen Geschäftskundensparte verpflichtete.

Microsoft lief damals Gefahr, einen Trend in der Branche zu verpassen: das "Cloud Computing". Dabei liegen Programme zentral auf Großrechnern und werden vom Arbeitsplatz-Computer nur bei Bedarf abgerufen. Das bedeutet einen gewaltigen Umbruch für die ganze Industrie. Elop half mit, dass Microsoft den Anschluss wiederfand.

In dieser Zeit knüpfte er Kontakte zu Nokia. Die beiden führenden Unternehmen in ihren Branchen arbeiten bei Software für Handys zusammen. Elop verantwortete das ganze Unterfangen, Microsoft-Software auf Nokia-Handys zu bringen.

Nun soll er Nokia für den Kampf gegen Apples iPhone und Googles Android-Handybetriebssystem fit machen. "Ich bin extrem begeistert", sagte Elop zu seinem Amtsantritt. (dpa/mb)