Nokia World

Nokia will mit Windows Phone wieder nach vorn

26.10.2011
Der langjährige Handy-Weltmarktführer Nokia will mit einer Kehrtwende das Ende seiner Krise erzwingen.
Nokia-Chef Stephen Elop eröffnet um 10 Uhr die Nokia World in London.
Nokia-Chef Stephen Elop eröffnet um 10 Uhr die Nokia World in London.
Foto: Nokia

Der finnische Konzern stellt heute in London seine Zukunftsstrategie vor. Beobachter erwarten, dass Vorstandschef Stephen Elop zur Eröffnung der zweitägigen Firmenveranstaltung Nokia World (ab 10.00 Uhr MESZ) auch die ersten Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone präsentieren wird - die heißen offenbar "Lumia 710" und "Lumia 800".

Elop kam im September 2010 von Microsoft zu Nokia und löste den glücklosen Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo ab. Wenige Monate später schloss Elop eine Partnerschaft mit Microsoft zur Nutzung von Windows Phone auf den künftigen Smartphones von Nokia.

"Wir erwarten einige große Ankündigungen", hieß es in einem Blog-Eintrag von Nokia vor Beginn der Hausmesse. Im Blickpunkt steht das erwartete Windows-Smartphone, das sich in der Hardware vermutlich an das im Juni vorgestellte Modell N9 anlehnt. Dieses Gerät mit dem Linux-System MeeGo soll nach einer Entscheidung von Nokia aber nicht in wichtigen Märkten wie USA, Großbritannien und Deutschland eingeführt werden - MeeGo muss bei Nokia-Smartphones ebenso wie das hauseigene System Symbian dem neuen Vorzugspartner Windows weichen.

Als Folge der Umstellung und unter dem scharfen Wettbewerbsdruck von Apple sowie Herstellern von Geräten mit dem Google-System Android ist Nokia in die roten Zahlen geraten. Im dritten Quartal fiel ein Verlust von 68 Millionen Euro an - nachdem ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 529 Millionen Euro erwirtschaftet worden war. Auch der Umsatz sank um 13 Prozent auf 8,98 Milliarden Euro. Allein der Absatz von Smartphones ging um 39 Prozent zurück. Relativ stark ist Nokia aber noch beim Geschäft mit einfachen Handys in ärmeren Ländern.

Nach jüngsten vorliegenden Zahlen der Marktforscher führt Apple mit seinem iPhone den weltweiten Markt der Smartphone-Hersteller an, vor Samsung, Nokia, dem Blackberry-Anbieter Research In Motion (RIM) , HTC und Motorola, das gerade von Google übernommen wird. Samsung und HTC stellen sowohl Windows- als auch Android-Smartphones her. Bei den Software-Plattformen für die Computer-Handys liegt Android vor dem Apple-System iOS und Blackberry. Das vor gut einem Jahr eingeführte Windows Phone 7 hat Marktforschern zufolge bislang erst einen Anteil von weniger als zwei Prozent. (dpa/tc)