Nokia: Werbung auf dem Handy nur schwer durchsetzbar

10.03.2008
Laut Nokia werden kostenlose, über Werbung finanzierte Dienste von den Nutzern nicht akzeptiert, weil sie über den Datentransfer die Mobilfunkrechnung deutlich belasten.

Der vermehrte Zugriff auf das Internet über das Handy wird das Konsumverhalten der Menschen verändern. Davon ist der Chef der neuen Internet- und Software-Sparte bei Nokia, Niklas Savander, in einem Interview mit der Berliner Zeitung überzeugt. Die bislang über Werbeeinblendungen finanzierten und meist kostenlosen Angebote werden sich auf dem Handy deutlich langsamer durchsetzen.

Grund sei der durch die Werbung in die Höhe getriebene Datenverkehr. Mobile Datenübertragung ist im Vergleich zum Festnetz sehr teuer. Über den Umweg der Mobilfunkrechnung werde der Kunde schließlich zur Kasse gebeten. Nokia setzt dagegen auf die Bequemlichkeit der Kunden. Als Beispiel nennt man lokale Dienste wie die Fußgänger-Navigation, die den Nutzer mit Hinweisen zu nahegelegenen Restaurants, Hotels oder Bahnhöfen unterstützt. Dafür benötige man aber die Kooperation lokaler Internet-Unternehmen. "Es geht um den Zugang zu lokalen Werbemärkten und Informationen" so Savander. Dafür würden ganz andere Partner benötigt als Google, Yahoo oder Microsoft.

Einen ähnlichen Weg geht Nokia, wenn es in der zweiten Jahreshälfte die ersten Musik-Handys ausliefert, mit denen sich ein Jahr lang kostenlos Musik aus dem OVI-Portal herunterladen lässt. Die Finnen hoffen darauf, dass sich viele Nutzer an den Dienst gewöhnen und nach einem Jahr kostenpflichtig abonnieren.

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