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Nokia und Siemens verlieren im wachsenden Handy-Markt

02.08.2004

Der weltweit führende Handy-Hersteller Nokia hat im zweiten Quartal 2004 zwar erneut Marktanteile eingebüßt, konnte jedoch den Absatzrückgang gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum abbremsen. Langsamer als der Gesamtmarkt wuchs von den führenden fünf Anbietern neben Nokia nur noch Siemens. Insgesamt wurden laut IDC fast 164 Millionen Handy verkauft, das entspricht einem Plus von rund 37 Prozent im Jahresvergleich.

Nach Untersuchungen der Marktforscher verkaufte Nokia in den Monaten April, Mai und Juni insgesamt 45,4 Millionen Mobiltelefone, das entspricht einem Marktanteil von 27,7 Prozent. Damit verschlechterte sich der Branchenprimus deutlich gegenüber den 34,6 Prozent im Vorjahresquartal. Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres haben die Finnen zwar weitere 1,6 Prozentpunkte Marktanteil verloren, ein weiterer Abwärtstrend ist damit jedoch aus Sicht von Analysten gestoppt.

Während Nokia nach wie vor unangefochten seine Führungsposition behaupten kann, ist Motorolas zweiter Platz zunehmend in Gefahr. Der US-Hersteller setzte im abgelaufenen Dreimonatszeitraum 24,1 Millionen Handys ab und erreichte damit eine Marktdurchdringung von 14,7 Prozent, verglichen mit 16,6 Prozent im ersten Quartal 2004. Mit 52,4 Prozent wuchs Motorola im Jahresvergleich aber deutlich stärker als der Markt.

Konkurrent Samsung konnte mit 22,7 Millionen Geräten seinen Marktanteil gegenüber dem vorangegangenen ersten Quartal um 1,3 Prozent auf 13,9 Prozent anheben und kommt Motorola gefährlich nahe. Im Jahresvergleich legten die Handy-Absätze der Südkoreaner um 76 Prozent zu.

Nach einem dramatischen Absatzrückgang um 18,8 Prozent auf 10,4 Millionen Handys gegenüber dem ersten Quartal ging der Anteil von Siemens im Berichtszeitraum um 1,7 auf 6,4 Prozent zurück. Die Münchner müssen sich nun bereits den vierten Platz mit Sony Ericsson teilen, nachdem das japanisch-schwedische Handy-Joint-Venture seinen Absatz im sequenziellen Vergleich um 18,2 Prozent steigern konnte und ebenfalls 10,4 Millionen Geräte verkaufte. Von unten greift zudem LG Electronics an, das seinen Absatz um 13,6 Prozent auf 9,94 Millionen Handys steigern konnte und 6,1 Prozent Marktanteil erreichte. (mb)