Hoher Konkurrenzdruck

Nokia stoppt Android-Projekt Normandy

17.12.2013
Nokia hat das Normandy-Projekt bereits gestoppt. Ursache für das Aus des ersten Android-Smartphones ist der zu starke Wettbewerbsdruck, den der finnische Handy-Hersteller im Android-Markt erwartet. Stattdessen will sich Nokia offenbar auf die Entwicklung von Wearable Devices wie etwa eine Datenbrille in Konkurrenz zu Google Glass konzentrieren.
Nokia-Chef Elop hatte sich vor zwei Jahren klar gegen Android und für Windows Phone ausgesprochen.
Nokia-Chef Elop hatte sich vor zwei Jahren klar gegen Android und für Windows Phone ausgesprochen.

Nokia hat die Arbeiten an mit dem Google-Betriebssystem Android laufenden Smartphones und Tablets eingestellt. Das berichtet die chinesische Website CTech, die schon im vergangenen September erstmals über das Android-Projekt der Finnen schrieb. Grund für den Stopp des Normandy genannten Projektssoll der starke Konkurrenzdruck sein, den Nokia im Android-Markt erwartet. Der finnische Handy- und Tablet-Hersteller rechnet sich dem Bericht zufolge keine Chance aus, mit eigenen Smartphones und Tablets im Android-Markt erfolgreich zu sein.

Laut CTech arbeitete Nokia unter anderem an einem Smartphone sowie einem 7 Zoll großen Tablet-Modell mit dem Google-Betriebssystem. Wie The Verge vor wenigen Tagen berichtete, soll es sich dabei nicht um klassisches Android, sondern um eine zugeschnittene Version mit spezieller Benutzeroberfläche und Zugang zu einem speziellen App-Store wie bei Amazons-Kindle-Fire-Tablets gehandelt haben. Hierüber hätte beispielsweise auch Microsoft Dienste wie Bing oder Skype anbieten können.

Ein Nokia-Pressevertreter wollte auf Nachfrage von Areamobile die Gerüchte zum Normandy-Projekt nicht kommentieren. Das finnische Unternehmen tritt in Kürze seine Handy-Sparte an Microsoft, den Betreiber der Smartphone-Plattform Windows Phone, ab. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2014 über die Bühne gehen, Kartellwächter in der EU und in den USA haben dem Deal bereits grünes Licht gegeben. Nokia wird weiter im Telekommunikations-Markt tätig bleiben, beispielsweise als Netzwerkausrüster, als Patent- und Lizenz-Verwalter sowie mit ortsbezogenen Diensten wie Nokia Here. Der ehemalige Nokia-Chef Stephen Elop gilt noch als Kandidat für die Nachfolge von Steve Ballmer als Microsoft-CEO. Die Vereinbarung mit Microsoft untersagt Nokia die Rückkehr auf den Smartphone-Markt mit eigener Marke vor dem Jahr 2016.

Das Normandy-Projekt, das laut dem Wall-Street-Journal-Blog AllThingsD auch unter der Bezeichnung AoL (Asha on Linux) geführt wurde, lief schon lange, bevor die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia durch Microsoft in die Wege geleitet wurde. CTech berichtet, Nokia wird nach Verlust der Handy-Sparte an Microsoft weiter an der Entwicklung smarter Wearable Devices arbeiten. Zum Beispiel an einer Datenbrille in Konkurrenz zu Google Glass, die 2015 herauskommen könnte.

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