Nobelmarke

Nokia steht kurz vor Verkauf von Vertu

13.06.2012
Der finnische Handyhersteller Nokia steht nach Medienberichten kurz vor dem Verkauf seiner Luxusmarke Vertu.
Nokia ist offenbar der Ansicht, dass Handys für Scheichs und Oligarchen nicht mehr ins Firmenkonzept passen.
Nokia ist offenbar der Ansicht, dass Handys für Scheichs und Oligarchen nicht mehr ins Firmenkonzept passen.
Foto: Vertu

Der schwedische Finanzinvestor EQT wolle sie übernehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf zwei informierte Personen. Der Verkauf bewerte die Edelmarke demnach mit rund 200 Millionen Euro. Noch in dieser Woche könne der Schritt bekanntgegeben werden. Die betroffenen Unternehmen wollten den Vorgang nicht kommentieren.

Die Marke Vertu ist bekannt für ihre mit Edelsteinen besetzten Mobiltelefone, die für einen Durchschnittspreis von mehr als 5000 Euro über die Ladentheke gehen. In Westeuropa hatte Vertu 2010 nach Angaben der Marktforschung IDC einen Marktanteil von rund 60 Prozent bei Luxus-Telefonen.

Nokia-Chef Stephen Elop treibt derzeit die Neuausrichtung des einstigen finnischen Vorzeigeunternehmens voran, das unter Druck steht, weil es bei den lukrativen Smartphones hinter Konkurrenten wie Apple und Samsung zurückgefallen ist.

Bereits seit einiger Zeit wird Nokia nachgesagt, die Nobelmarke verkaufen zu wollen. Im Gespräch als potenzieller Käufer war nach Angaben der "Financial Times" unter anderem auch der Finanzinvestor Permira. Der Zeitung zufolge wird der Umsatz von Vertu auf 200 bis 300 Millionen Euro jährlich geschätzt. Die von der schwedischen Familie Wallenberg kontrollierte Beteiligungsgesellschaft EQT hatte Anfang dieser Woche erst den deutschen Leukoplast-Hersteller BSN Medical für 1,8 Milliarden Euro übernommen. (dpa/tc)