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Nokia Siemens Networks überträgt Teil der Entwicklung an IBM

01.10.2007
Ziele seien ein verbessertes Kostenmanagement und eine größere personelle Flexibilität. Bis zu 235 Mitarbeiter wechseln zu IBM.

Der Netzwerk-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) gliedert einen Teil seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an eine IBM-Tochter aus. Von dem für Anfang Dezember dieses Jahres geplanten Betriebsübergang seien bis zu 235 Beschäftigte in München und Berlin betroffen, die von IBM übernommen würden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dabei sollen ganze Teams an IBM übergehen, die auch künftig Entwicklungsaktivitäten für NSN ausführen sollen. Ziele der Maßnahmen seien eine größere personelle Flexibilität und ein verbessertes Kostenmanagement, hieß es.

Insgesamt hat Nokia Siemens Networks in Deutschland mehr als 4.600 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung, der Großteil davon arbeitet an den beiden Standorten in München und Berlin. Diese Zentren sollen auch nach der Ausgliederung der Aktivitäten an IBM erhalten blieben, sagte ein Unternehmenssprecher. "Das steht überhaupt nicht zur Disposition."

Der Betriebsübergang umfasse beispielsweise Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Bereiche Sprachübermittlung via IP sowie für die Internetnutzung übers Handy und Teile des technischen Supports. Die Teams, die zu IBM wechseln, sollten auch künftig eng mit Teams von Nokia Siemens Networks zusammenarbeiten, hieß es. Bei ihrem neuen Arbeitgeber sollen sie zukünftig auch anderen Kunden Entwicklungsdienstleistungen anbieten.

Ein konkretes Einsparziel durch die Maßnahmen wurde nicht genannt. Bis Ende 2008 will das Unternehmen, in dem Siemens und Nokia ihre Telekom-Ausrüstersparten zusammengelegt hatten, aber die jährliche Kostenbasis weltweit um 1,5 Milliarden Euro drücken. Einmalig soll außerdem ebenfalls bis Ende kommenden Jahres ein Einsparvolumen von 500 Millionen Euro hinzukommen.

Siemens-Chef Peter Löscher gab unterdessen seinen Posten im Aufsichtsrat von Nokia Siemens Networks auf. Für Löscher sei zum 30. September Siemens-Konzernvorstand Rudi Lamprecht in das Gremium berufen worden, teilte Nokia am Montag im finnischen Espoo mit. Bei Siemens hieß es zur Begründung, das Mandat sei auf Wunsch Löschers auf Lamprecht übergegangen, der als Kenner der Branche durch seine Tätigkeit bei der früheren Siemens-Mobilfunk-Sparte ICM vielfältige Erfahrungen habe.

Lamprecht hatte den Netzwerk-Bereich vor der Zusammenlegung mit der Festnetzsparte ICN geleitet und war im Oktober 2004 in den Siemens-Zentralvorstand gewechselt, wo er unter anderem das Geschäft von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte und von Fujitsu Siemens Computers verantwortet sowie die Region Afrika, Naher und Mittlerer Osten und GUS-Staaten. (dpa/ajf)