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In Saudi-Arabien

Nokia Siemens Networks ergattert Großauftrag

07.01.2008
Der Netzausrüster NSN startet mit einem Deal über 935 Millionen Dollar ins Jahr 2008.

Der Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) hat sich den ersten Großauftrag des Jahres gesichert. Das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens baut in Saudi-Arabien ein komplettes Mobilfunknetz der zweiten und dritten Generation (2G/3G) für den Telekomkonzern Zain auf, wie der Konzern am Montag in München mitteilte. Der Wert des Auftrags liegt bei 935 Millionen US-Dollar. In der Summe ist auch der Service für die ersten fünf Jahre inbegriffen.

NSN steht im scharfen Wettbewerb zur französisch-amerikanischen Firma Alcatel-Lucent und zum Marktführer Ericsson. In der jüngsten Vergangenheit konnte NSN dabei an Boden gutmachen, nachdem der Start des Gemeinschaftsunternehmens im vergangenen Jahr holprig verlaufen war. Dagegen hat Alcatel-Lucent die eigene Fusion nicht verdaut und leidet unter einem schwachen Geschäft in Nordamerika. Auch bei Ericsson schrumpfen Gewinn und Umsatz. Zudem hat das Management nach zwei Gewinnwarnungen mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen.

Für NSN ist der Auftrag aus Saudi-Arabien insofern bemerkenswert, da Neubauten von Mobilfunk-Netzen selten sind. Wenn überhaupt, kommen solche Bestellungen aus Schwellen- und im geringeren Umfang aus Entwicklungsländern. Die Regel sind Ausbauten von bestehenden Netzen. So erhielt Ericsson im vergangenen Jahr milliardenschwere Aufträge aus Indien, wovon einer über zwei Milliarden US-Dollar der größte in der Unternehmensgeschichte war. Alcatel-Lucent sicherte sich zu Beginn des vergangenen Jahres die sechs Milliarden Dollar schwere Erweiterung des Netzes des US-Mobilfunkers Verizon Wireless.

Da die Preise für Telekominfrastruktur durch neue Anbieter aus China unter Druck geraten, wollen die etablierten Ausrüster die Wartung und den Betrieb von Netzen übernehmen. In Deutschland hat etwa E-Plus sein Netz weitgehend ausgelagert und damit seine Kosten gesenkt. Großkonzerne wie die Deutsche Telekom und Vodafone schrecken indes vor dem Schritt noch zurück. (dpa/ajf)