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Nokia rückt Telsim-Millionen näher

29.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nokias Chancen steigen, zumindest einen Teil der im Jahr 2000 vergebenen Kredits an die türkische Telsim zurückzuerhalten. Wie der finnische Mobilfunkausrüster bekannt gab, hat er eine Vereinbarung mit dem Netzbetreiber und dem staatlichen Einlagensicherungsfonds Turkish Savings and Deposit Insurance (TSMF), der die Telsim-Vermögenswerte verwaltet, getroffen. Diese sieht vor, dass Nokia nach dem geplanten Verkauf des Unternehmens (siehe hierzu: "Türkische Telsim steht zum Verkauf") eine Vergleichszahlung erhält. Deren Höhe hängt von den erzielten Verkaufserlösen ab.

Der zweitgrößte türkische Mobilfunkanbieter hatte den Kredit im Jahr 2000 für die Lieferung von Mobilfunk-Equipment aufgenommen, ihn aber anschließend nicht zurückgezahlt. Nachdem die Muttergesellschaft Uzan noch weitere Schulden angehäuft hatte, war Telsim im vergangenen Jahr zusammen mit rund 200 anderen Unternehmen von einem staatlichen Fonds übernommen worden, der die Verbindlichkeiten der Uzan-Bank Imar zurückführen soll. Der bereits damals geplante Verkauf hatte sich aber aufgrund von Rechtsstreiten mit Nokia und Motorola verzögert. Die beiden Konzerne bezifferten ihre Forderungen im Jahr 2001 auf rund 2,7 Milliarden Dollar. Bei den Finnen stand Telsim damals mit 719 Millionen Dollar in der Kreide.

Dass die beiden Konzern ihr Geld komplett zurückbekommen, ist unwahrscheinlich: Dem "Wall Street Journal" zufolge wird Telsim von der Regierung aktuell auf einen Wert von 2,8 Milliarden Dollar taxiert. (mb)