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Nokia: Mehr Gewinn trotz gesunkener Einnahmen

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia konnte im ersten Halbjahr 2002 seinen Nettogewinn trotz rückläufiger Einnahmen steigern. Der finnische Konzern erzielte unter dem Strich ein Plus von 1,72 Milliarden Euro, das sind rund zehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf operativer Basis wies Nokia einen Profit von 2,45 Milliarden Euro aus. Der Umsatz sank dagegen um neun Prozent auf 13,95 Milliarden Euro.

Deutlich besser konnten sich die Finnen bei Betrachtung der Monate April, Mai und Juni positionieren: Im zweiten Quartal kletterte der Nettoprofit verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 46 Prozent von 589 Millionen auf 862 Millionen Euro, die Einnahmen sanken nur um sechs Prozent auf 6,94 Milliarden Euro. Verantwortlich für den Umsatzrückgang waren die Bereiche Networks und Ventures Organization. Im Infrastruktur-Geschäft verbuchte Nokia einen Einbruch von 22 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar, der operative Gewinn des Segments fiel um rund ein Drittel auf 161 Millionen Euro. Die (noch) verlustbringenden Investitionen in jungen Companies brachten Nokia gerade einmal 106 Millionen Euro Umsatz ein, 21 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, immerhin konnte gleichzeitig auch der Betriebsverlust bei diesen Aktivitäten von 255 Millionen auf 69 Millionen Euro gesenkt werden. Im Kerngeschäft mit Handys steigerte der Marktführer seine Einnahmen mit 5,4 Milliarden Euro um ein Prozent,

gleichzeitig verbesserte der Konzern die operative Marge in der Sparte von knapp 18 auf fast 22 Prozent.

CEO Jorma Ollila ist zuversichtlich, dass sein Unternehmen seine Führung bei den Mobiltelefonen mit Hilfe neuer Multimedia-Geräte in diesem Jahr weiter ausbaut. Der Konzernchef erwartet für das Gesamtjahr einen Marktanteil von über 37 Prozent. Ollila warnte jedoch vor einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in der zweiten Jahreshälfte. Nokia geht nun für 2002 von einem Gewinn von 79 bis 84 Cent pro Aktie aus, bislang wurde ein Profit von 83 Cent je Anteil in Aussicht gestellt. (mb)