Gegen Android

Nokia kauft und öffnet Symbian

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Nokia kauft die verbleibenden rund 52 Prozent am Mobilbetriebssystem-Hersteller Symbian und will das "Symbian OS" gemeinsam mit zahlreichen großen Partnern zu einer offenen Plattform machen.

Dieser Schritt zielt eindeutig gegen die neuen Smartphone-Player Google mit seinem Betriebssystem Android und der flankierenden Open Handset Alliance, Apple ("iPhone") und natürlich auch gegen Research in Motion (RIM, "BlackBerry") sowie Microsoft mit "Windows Mobile".

Nokia bietet 3,647 Euro pro Symbian-Aktie oder insgesamt 264 Millionen Euro für die verbleibenden Anteile. Sony Ericsson, Ericsson, Panasonic sowie Siemens haben den Finnen ihre Anteile bereits zugesagt, bei Samsung geht Nokia ebenfalls davon aus, dass es die Offerte akzeptiert. Vorbehaltlich verschiedener aufschiebender Bedingungen soll die Transaktion vermutlich im vierten Quartal abgeschlossen werden.

Das "E66" ist eines der neusten Nokia-Modelle mit S60-Oberfläche.
Das "E66" ist eines der neusten Nokia-Modelle mit S60-Oberfläche.
Foto: Nokia

Gleichzeitig kündigt Nokia gemeinsam mit AT&T, LG Electronics, Motorola, NTT DoCoMo, Samsung, Sony Ericsson, STMicroelectronics, Texas Instruments sowie Vodafone die Gründung der Symbian Foundation an. In dieser soll das Symbian OS zusammen mit den bislang konkurrierenden Benutzeroberflächen "S60" (Nokia), "UIQ" (Sony Ericsson/Motorola) und "MOAP (S)" (DoCoMo) zu einer offenen Plattform für mobile Software zusammengeführt werden.

Diese neue Plattform soll dann über ein gemeinsames Oberflächen-Framework verfügen und allen Foundation-Mitgliedern vom ersten Tag des Stiftungsbetriebes an unter einer gebührenfreien Lizenz zur Verfügung stehen. Jedes interessierte Unternehmen könne der Symbian Foundation beitreten, heißt es weiter.

Anschließend sollen die Stiftungsmitglieder die Plattform "in offener Zusammenarbeit" weiter verbessern. Schon zum Start sollen die Komponenten teilweise unter eine Open-Source-Lizenz gestellt werden. Anschließend will die Symbian Foundation das "umfassendste mobile Softwareangebot, das als Open Source angeboten wird", bereitstellen. Dies soll im Laufe der kommenden zwei Jahre passieren. Als Lizenz ist die Eclipse Public License (EPL) 1.0 vorgesehen.