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Nokia hofft auf Neukunden aus Asien und Osteuropa

18.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In den kommenden drei Jahren ist ein weltweites Wachstum des Mobilfunkmarktes um zehn bis 15 Prozent möglich, sagte Nokia-Chef Jorma Ollila in einem Interview mit der "Financial Times". Die Verkaufspreise dürften im Mittel "stabil oder leicht höher" liegen. Vor allem von den Märkten in China, Indien, Russland und Osteuropa erhofft sich der Konzernchef Zuwachs. Weltweit werde die Zahl der Mobilfunknutzer bis 2005 auf 1,5 Milliarden steigen, das wären 50 Prozent mehr als gegenwärtig.

Sorgen bereite Ollila dagegen die Konjunktur in Europa und den USA. Vor allem in Deutschland rechnet er mit schwachem Wachstum. "Ich sehe nicht, woher in Europa der Aufschwung kommen soll", erklärte der Nokia-Vorstand, "das Investitionsklima in Europa und den USA ist sehr, sehr negativ, die Risikobereitschaft ausgesprochen gering." Insbesondere die Erholung der US-Wirtschaft könnte durch den starken Dollar, das Außenhandelsdefizit und eine mögliche Immobilienblase gebremst werden.

Pessimistisch äußerte sich Ollila auch über den Infrastrukturmarkt. Nicht nur der Start von UMTS werde weiter hinausgezögert, auch die Nachfrage gehe zurück. Der Markt für Telekominfrastruktur werde indessen seine Überkapazitäten durch Konsolidierungen abbauen. (km)