Nokia-Chef verteidigt Werksschließung in Bochum

23.01.2008
Nokia hat die Schließung des Bochumer Handy-Werks verteidigt. Gleichzeitig räumte der finnische Hersteller ein, Fehler bei der Vermittlung der Pläne begangen zu haben. An der für Sommer 2008 angekündigten Verlagerung der Produktion nach Osteuropa werde sich allerdings nichts ändern - selbst wenn Nokia einräumt, das die Verlegung nicht billig wird.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", verteidigte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo die Entscheidung, das Handy-Werk in Bochum bis zum Sommer dieses Jahres schließen zu wollen. "Ich glaube aber das sie richtig ist". In einem aktuellen Interview mit dem Handelsblatt räumte er allerdings Fehler bei der Vermittlung ein: "Wir wollten das nicht so. Nein, ich muss sagen, wir hätten das viel besser machen müssen", von den Konsequenzen des Beschlusses zeigte er sich überrascht.

Von der Entscheidung, das Bochumer Werk im Sommer zu schließen und die Produktion nach Osteuropa zu verlagern, werde Nokia aber nicht abweichen. Für die Verlegung des Standortes nannte der Manager drei Gründe: "Die gesamten Kosten in Bochum im Verhältnis zu dem Output dort stimmen nicht mehr", betonte Kallasvuo. Wir produzieren in Bochum etwa sechs Prozent aller unserer Handys. Dagegen steht aber Bochum für rund 23 Prozent unserer gesamten direkten Lohnkosten in den Fabriken". Heute müsste eine breite Palette unterschiedlicher Modelle gleichzeitig produziert werden, dadurch steige der Arbeitskostenanteil. Außerdem seien die Maschinen in Bochum veraltet und hätten bei einem Erhalt des Werks ausgetauscht werden müssen. Eine Teilschuld trifft laut Kallasvuo auch die Zulieferer. Nokia habe demnach versucht, seine Zulieferbetriebe nach Bochum zu bekommen, diese hätten das Angebot abgelehnt.

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