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Nokia bilanziert erfreuliches viertes Quartal

22.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach SAP hat heute auch Nokia "mit Ansage" (Computerwoche.de berichtete) Zahlen zum vierten Quartal und Geschäftsjahr 2003 vorgelegt. Für das abschließende Vierteljahr weist der finnische Mobilfunkkonzern einen Nettogewinn von 1,17 Milliarden Euro oder 25 Cent pro Aktie aus im Vergleich zu einem Reingewinn von 1,05 Milliarden Euro oder 22 Cent im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging um ein Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zurück; währungsbereinigt wäre er um acht Prozent gestiegen.

Die Handysparte legte um vier Prozent auf Einnahmen von sieben Milliarden Euro zu (ohne Währungseffekte plus 15 Prozent) und setzte mit 55,3 Millionen Einheiten - davon die Hälfte mit Farbdisplay - 20 Prozent mehr ab als ein Jahr zuvor. Bei branchenweit geschätzt 145 Millionen verkauften Geräten entspricht dies einem Marktanteil von 38 Prozent. Die operative Marge von Nokia Mobile Phones lag bei 24,4 Prozent. Der Infrastrukturbereich Nokia Networks setzte 1,7 Milliarden Euro um und übertraf damit die Erwartungen - auch mit einer operativen Marge von 2,4 Prozent.

Im Gesamtjahr 2003 betrug der Reingewinn 3,59 Milliarden Euro oder 75 Cent pro Aktie im Vergleich zu 3,38 Milliarden Euro oder 71 Cent im Vorjahr. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 29,5 Milliarden Euro (währungsbereinigt plus sieben Prozent). Nokia Mobile Phones nahm mit 23,6 Milliarden Euro zwei Prozent mehr ein als im Vorjahr, ohne die Dollarschwäche wären es sogar zwölf Prozent mehr gewesen. 179,3 Millionen Geräte setzt die Sparte ab, das sind 18 Prozent mehr als 2002. Die gesamte Branche legte um 16 Prozent auf geschätzte 471 Millionen Stück zu, was einem Market Share der Finnen von gut 38 Prozent entspricht.

Während Mobile Phones für das Gesamtjahr 2003 mit einer operativen Marge von 23,2 Prozent gewohnt profitabel wirtschaftete, meldet Nokia Networks eine operative Marge von minus 3,9 Prozent. Der Umsatz im Infrastrukturbereich ging im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine Dividende von 30 Cent pro Aktie vorschlagen nach 28 Cent je Anteilschein für 2002.

Für 2004 rechnet Nokia weiterhin mit einem Stückzahlenwachstum der gesamten Branche um mehr als zehn Prozent. Der Netzinfrastrukturmarkt soll stagnieren oder geringfügig wachsen. Der mobile Multimedia-Markt stecke noch in den Kinderschuhen erfreue sich aber weiterhin steigender Nachfrage. Als wichtiges Wachstumssegment haben die Finnen End-to-end-Lösungen für Unternehmen ausgemacht. UMTS soll in großem Maßstab kommen, bis Ende 2004 rechnet Nokia mit über 50 WCDMA-Netzen weltweit und einer Vielzahl entsprechender Handys Endgeräte von unterschiedlichen Anbietern.

Für sich selbst geht Nokia im laufenden ersten Quartal von drei bis sieben Prozent Umsatzwachstums im Jahresvergleich aus. Unterm Strich soll ein Ergebnis von 17 bis 19 Cent pro Aktie herausspringen. Ab dem Quartalsbericht für Q1/04 wird Nokia übrigens keine Pro-forma Zahlen mehr ausweisen. (tc)