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Nokia-Aktie fällt trotz 25 Prozent Umsatzplus

21.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia rechnet ungeachtet eines stärkeren Absatzes mit einem Preisverfall bei Mobiltelefonen. Vorstandschef Jorma Ollila hob am Donnerstag in Helsinki die Erwartung für den branchenweiten Handy-Absatz um 20 Millionen auf 760 Millionen Stück an. Der Manager äußerte sich zufrieden über den Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal. Die Aktie des Unternehmens brach wegen des schwachen Ausblicks dennoch zwischenzeitlich um fast zehn Prozent ein.

Im zweiten Quartal erhöhte sich der Überschuss auf 799 (Vorjahr: 695) Millionen Euro oder 0,18 (0,15) Euro je Aktie. Beim Umsatz verbuchte der Marktführer ein Plus auf 8,059 (6,463) Milliarden Euro. Damit erfüllte Nokia die eigenen Erwartungen und die der Analysten. Er sei sehr erfreut darüber, dass der Umsatz im Jahresvergleich um 25 Prozent gestiegen sei und die Handy-Sparte noch deutlicher zugelegt habe, sagte Ollila.

Im vergangenen Quartal setzten die Finnen 60,8 Millionen Handys und damit ein Drittel mehr Geräte als im Vorjahr ab. Der Marktanteil sei in dem Quartal gegenüber den ersten drei Monaten um ein Prozent auf 33 Prozent geklettert, hieß es. Ollila führte dies auf die Einführung neuer Mobiltelefone zurück, mit denen Lücken in der Angebotspalette gefüllt wurden.

Nokia verspürt allerdings den verschärften Wettbewerb auf dem Weltmarkt. So sank der durchschnittliche Verkaufspreis für Handys auf 105 (110) Euro. Hintergrund ist der Trend zu günstigen Geräten, die vor allem in den Schwellenländern abgesetzt werden. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten Regionen wie Lateinamerika und Asien. Der Trend zu billigeren Geräten werde im weiteren Jahresverlauf anhalten, hieß es. Die Nokia-Aktie brach nach Vorlage der Quartalszahlen um 9,25 Prozent auf 13,33 Euro ein.

Nokia hält dennoch eine Ergebnisverbesserung für möglich: Für das laufende dritte Quartal stellte der Branchenprimus einen Gewinn je Aktie zwischen 0,14 und 0,17 Euro in Aussicht nach 0,15 Euro im Vorjahr. Der Umsatz soll von 7,1 Milliarden auf 7,9 bis 8,2 Milliarden Euro steigen. Künftig will die Gesellschaft keine Quartalsprognosen mehr geben. (dpa/tc)