Praxistest

Nokia 8600 Luna

22.10.2007
Von Hermann Apfelböck
Inspiriert durch die Göttin des Mondlichtes haben die finnischen Designer den jüngsten Spross der edlen Achter-Serie kreiert. Der unterscheidet sich auf den ersten Blick optisch nicht gravierend vom Nokia 8800, doch unter der Haube ist die noble Baureihe endlich im 21. Jahrhundert angekommen.

Lieferumfang / Verarbeitung

Luxus hat bei Nokia bekanntlich bereits eine sehr lange Tradition. Denn seit 1996 mit dem Edelfunker 8110 endlich Design in die Branche kam, bringen die Finnen im regelmäßigen Takt neue 8er-Modelle in den Handel, die allesamt eines gemeinsam haben: Edle Materialien und eine Slider-Mechanik, die die komplette Tastatur freilegt, sobald man das Handy nach oben streckt. Das 8600 reiht sich brav in diese Philosophie ein, so dass man schon genauer hinschauen muss, um es vom ebenfalls in Schwarz erhältlichen Nokia 8800 zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass die Designer auch beim Luna auf Edelstahl setzen, um das Innenleben mit einer angemessenen Noblesse zu verpacken.

Doch es ist nicht alles Edelstahl, was glänzt. Tatsächlich verbirgt sich im geschlossenen Zustand die Tastatur unter einer lichtdurchlässigen Rauchglas-Schicht. Die Macher nutzen dieses transparente Material für einen wirklich sehenswerten Effekt. In bestimmten Intervallen fängt die Tastaturbeleuchtung an zu leuchten, was der Betrachter dank des Glases mitverfolgen kann. Auf dem Tisch einer schummrigen Bar ist das 8600 dadurch mit Sicherheit der absolute Eyecatcher.

Weiteres Plus des Materials: Im Praxistest erweist es sich als sehr resistent gegenüber Kratzern – bei einem Slider-Modell, bei dem das Display stets freiliegt, ein wichtiger Punkt! Bleiben wir beim Display. Der angemessen große und sehr brillante Informationslieferant (Maße: 3,4 x 4,1 Zentimeter) bietet eine QVGA-Auflösung (240 x 320 Pixel) und Truecolor-Darstellung (über 16,7 Millionen Farben), was das luxuriöse Antlitz zusätzlich unterstreicht. Ansonsten bietet das 8600 keine markanten Designmerkmale: Der Formfaktor ist schlicht-elegant gehalten, und das Tastaturlayout verzichtet ebenfalls auf größere Designkapriolen und einen tieferen Griff in den Farbtopf. Das Gesamtbild ist somit in sich stimmig, was auch an der erwartungsgemäß exzellenten Verarbeitung liegt. So sorgt die formidable Slider- Mechanik für ein geradezu sinnliches Erlebnis, wenn es in die jeweilige Endstellung einrastet.

Wer die rund 869 Euro für den Edelfunker auf den Tisch legt, findet im rabenschwarzen Karton auch einige bekannte Dreingaben. Dazu gehören unter anderem eine Trageschlaufe aus Silbermetall, ein samtenes Reinigungstuch, ein Lederetui, in das man das Handy seitlich einschiebt, ein USB-Kabel sowie ein optisch schlichtes, schwarzes Headset, das via 2,5-mm-Klinke mit dem Handy verbunden wird. Andere handelsübliche Kopfhörer bzw. Adapter funktionieren an dem Anschluss ebenfalls. Alles schön und gut, doch Nokia-Kenner dürften wohl am meisten über das Netzteil überrascht sein, das man mit Hilfe einer Mini-USB-Schnittstelle mit dem Handy verbindet. Erstmals in der Historie der Finnen wird ein Handy ausschließlich über diese Standardschnittstelle versorgt – ein Generationswechsel bei Nokia?