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Noch mal zehn Milliarden Dollar für den Itanium

27.01.2006
Intel steht weiter hinter dem Itanium. Zusammen mit wichtigen Hardware-Partnern macht der Konzern nochmals zehn Milliarden Dollar für den mäßig erfolgreichen 64-Bit-Prozessor locker.

Die Mittel sollen in den kommenden fünf Jahren in Entwicklung und Marketing neuer Itanium-Produkte - inklusive Portierung von Anwendungen - fließen, spezifische Details sind nicht bekannt. Zu den Geldgebern gehören neben Intel Bull, Fujitsu, Hitachi Data Systems, Hewlett-Packard, NEC, Silicon Graphics und Unisys.

Angekündigt wurde die Finanzierung im Rahmen eines Treffens der im September vergangenen Jahres gegründeten Itanium Solutions Alliance (siehe "Computerbauer stärken Itanium den Rücken") in San Francisco. Wie viel von den zehn Milliarden Dollar diese erhält, blieb ebenso offen wie die Frage, ob die genannte Summe überhaupt eine Steigerung gegenüber den zuvor erwarteten Investitionen in Itanium-Produkte darstellt.

Intel hatte den Itanium gemeinsam mit HP unter enormem Aufwand als Nachfolger für die jeweiligen Server-CPUs beider Hersteller entwickelt. Der Markt akzeptierte aber die vollkommen neue Architektur nicht und stürzte sich stattdessen auf AMDs Opteron, der schlicht die zuvor 32-bittige Intel-Architektur an entscheidenden Stellen auf 64 Bit erweiterte, dabei aber abwärtskompatibel zu vorhandener Software blieb. Intel zog dann mit ebensolchen x64-Chips nach.

Der Itanium wird nun zunehmend als Nischenprodukt für Highend-Anwendungen unter anderem im HPC-Umfeld (High-Performance Computing) gesehen und vermarktet. Von der von Intel und HP einst angedachten massenhaften Verbreitung bleibt er meilenweit entfernt: Rund fünf Jahre nach Erscheinen der ersten Itanium-Maschinen steckt der Prozessor laut Gartner in weniger als einem Prozent der weltweit ausgelieferten Server-Systeme. (tc)