CW-Kolumne

Nix connected

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Was von der Entwicklung des ITK-Marktes zu halten ist, erklärt CW-Chefredakteur Heinrich Vaske in der CW-Kolumne.
Heinrich Vaske Chefredakteur CW
Heinrich Vaske Chefredakteur CW

Der ITK-Markt wächst in diesem Jahr um 1,4 Prozent, kündigte Bitkom-Präsident Dieter Kempf auf der CeBIT an - und zeigte sich erfreut. Die Zahl kann sich ja auch sehen lassen, bedenkt man, dass die Bundesregierung in diesem Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent und das Ifo-Institut eines von 0,7 Prozent erwartet.

Aber mal ehrlich: 1,4 Prozent in der Wachstumsbranche ITK, da haben wir doch ganz andere Zahlen in Erinnerung. Was ist passiert? Der reine IT-Markt, bestehend aus Hardware-, Software- und Dienstleistungssegment, steht mit einem Plus von 2,2 Prozent noch recht gut da. Hier macht den Herstellern nur das Hardwaresegment Sorgen, da der Zusammenbruch des PC- und Notebook-Markts durch Tablets kaum zu kompensieren ist. Erschwerend hinzu kommt die bessere Server-Auslastung durch den Virtualisierungstrend. Kein Wunder, dass der Hardwaremarkt um 0,3 Prozent geschrumpft ist.

Schlechter als in der IT läuft`s im TK-Sektor, wo das Wachstum noch 1,3 Prozent beträgt. Der reißende Absatz bei Smartphones, die inzwischen Handys flächendeckend ersetzen, und das große Interesse an mobilen Datendiensten sorgen dafür, dass die Bilanz noch halbwegs positiv ausfällt. Das Geschäft mit mobilen Sprachdiensten ist dagegen um gut acht Prozent eingebrochen. Kein Wunder, dass die Bitkom-Verantwortlichen auf die staatlichen Regulierungsbehörden schimpfen, die den Telcos mit ihren Terminierungsentgelten und überhöhten Roaming-Gebühren kräftig in die Suppe gespuckt haben.

Überraschend schwach ist die Dynamik im Markt für Unterhaltungselektronik, der 2013 um drei Prozent schrumpfen soll. Dieses Problem ist hausgemacht. Immer flachere und größere Bildschirme locken inzwischen niemanden mehr hinterm Ofen vor. Und smart sind die meisten TV-Geräte keineswegs. Wo übrigens ist das Connected Home, von dem wir seit Jahren hören? Es wird Zeit, dass ein Anbieter diesen Markt nach dem Vorbild von Apple mit iPod und iTunes richtig aufmischt. Wir warten darauf!