Trotzdem Quartalsgewinn

Nintendos Wii U verkauft sich schlecht

31.07.2013
Nintendo hat ein Problem: Sein großer Hoffnungsträger, die Spielekonsole Wii U, liegt wie Blei in den Regalen. Mit neuen Spielen soll der Knoten aber platzen und Nintendo hält bisher an seinen Prognosen fest.

Der japanische Spielespezialist Nintendo wird seine neue Spielekonsole Wii U nicht los. Von April bis Mai wurden lediglich 160.000 Geräte abgesetzt, das war ein Tiefpunkt. Für das Ziel, in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr neun Millionen Wii-U-Konsolen zu verkaufen, erwischte Nintendo damit einen denkbar schlechten Start. Im vergangenen Quartal gab es dennoch einen Gewinn (PDF-Link).

Nintendo führt die schwachen Verkäufe der Wii U vor allem auf das Fehlen zugkräftiger Spieletitel zurück. In den nächsten Monaten sollen potenzielle Hits wie ein neues "Mario-Kart"-Rennspiel erscheinen und das Interesse wieder anfeuern. Nintendo bleibt deshalb bei den bisherigen Prognosen.

Die neuen Nintendo-Konsole Wii U liegt wie Blei in den Regalen.
Die neuen Nintendo-Konsole Wii U liegt wie Blei in den Regalen.
Foto: Nintendo

Die Wii U, Nintendos Konsole der nächsten Generation mit verbesserter Grafik und einem Tablet-artigen Steuergerät, kam im vergangenen Weihnachtsgeschäft auf den Markt. Im Start-Quartal war der Absatz mit gut drei Millionen Geräten noch ganz in Ordnung, doch schon im Vierteljahr von Januar bis März sackten die Verkäufe auf 400.000 Geräte ab. Im vergangenen Quartal wurde zudem auch nur gut eine Million Spiele für die Wii U verkauft - beim Ziel von 38 Millionen für das laufende Geschäftsjahr.

Nintendos Vorgängerkonsole Wii mit ihrer Bewegungs-Steuerung war ein großer Hit und verkaufte sich seit dem Start Ende 2006 über 100 Millionen Mal. Selbst im vergangenen Quartal konnte Nintendo von der betagten - und günstigen - Wii noch 210.000 Geräte absetzen.

Bei den mobilen Spielekonsolen DS und 3DS bekommt Nintendo immer mehr die Konkurrenz von Smartphone- und Tablet-Spielen zu spüren. Bei der 3DS, die 3D-Bilder ohne Spezialbrille zeigt, fiel der Quartalsabsatz im Jahresvergleich von 1,86 auf 1,4 Millionen Geräte, bei dem einfacheren und älteren DS-Modell schmolz er sogar von 540.000 auf 60.000 Einheiten zusammen.

In dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal gab es trotz der Absatzprobleme dennoch einen Gewinn von 8,62 Milliarden Yen (umgerechnet 66,4 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal verlor Nintendo noch 17,2 Milliarden Yen. Unter anderem hatte der wieder gesunkene Yen-Kurs Nintendo und anderen japanischen Elektronikkonzernen mehr Freiraum verschafft. Der Quartalsumsatz sank um knapp vier Prozent auf 81,55 Milliarden Yen (628,3 Millionen Euro), wie Nintendo am Mittwoch mitteilte. (dpa/tc)