Gewinneinbruch

Nintendos Wii-Nachfolger kommt 2012

26.04.2011
Darauf haben Millionen Fans gewartet: Nintendo wird im kommenden Jahr einen Nachfolger für seine Spielekonsole Wii auf den Markt bringen.

Ein funktionsfähiger Prototyp werde im Juni auf der Spielemesse E3 in Los Angeles präsentiert, kündigte Nintendo am Montag an. In den vergangenen Wochen hatte es bereits zahlreiche Medienberichte über Nintendos Pläne gegeben. Demnach soll die neue Konsole im Gegensatz zur Wii auch Bilder in HD-Auflösung unterstützen.

In dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr machte Nintendo unter anderem wegen der nachlassenden Dynamik der Wii deutlich weniger Umsatz und Gewinn. Die Erlöse fielen um 29 Prozent auf 1,01 Billionen Yen (8,47 Milliarden Euro), der Gewinn brach sogar um zwei Drittel auf 77,6 Milliarden Yen (650,8 Millionen Euro) ein.

Nintendo verkaufte zuletzt weniger potrable 3DS-Konsolen als erhofft.
Nintendo verkaufte zuletzt weniger potrable 3DS-Konsolen als erhofft.

Neben dem Stottern der Geldmaschine Wii lastete auch der starke Yen auf der Nintendo-Bilanz. Zuletzt blieb im Gefolge der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe der Absatz der im März gestarteten mobilen Konsole Nintendo 3DS unter den Erwartungen. Es wurden 3,6 Millionen Geräte statt der geplanten rund vier Millionen verkauft. Die 3DS kann auf einem ihrer zwei Bildschirme dreidimensionale Bilder wiedergeben, die man auch ohne Spezialbrille sieht. Damit will Nintendo dem Vormarsch günstiger Smartphone-Games Paroli bieten.

Die Wii mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung hatte Nintendo an die Spitze der Spielebranche katapultiert. Die Ende 2006 gestartete Konsole kann zwar im Gegensatz zu ihren Rivalen Playstation 3 von Sony und Xbox von Microsoft keine HD-Bilder wiedergeben. Die Nutzer waren jedoch von der Möglichkeit begeistert, das Spielgeschehen mit einem Schwenk der Steuereinheit statt mit dem üblichen Tastengeklicke kontrollieren zu können.

Die Folge: Die günstigere Wii hängte ihre technisch anspruchsvolleren Rivalen in den folgenden Jahren ab. Nintendo wurde von einem Wackelkandidaten zum Branchenführer. Bis Ende März wurden gut 86 Millionen Geräte verkauft. Zuletzt wurde aber klar, dass die Wii ihren Höhepunkt überschritten hat. Die Geräte verkaufen sich zwar immer noch gut - allein im abgelaufenen Jahr waren es gut 15 Millionen Konsolen -, doch der Absatz sinkt.

Stattdessen rücken Sony und Microsoft mit eigenen bewegungsempfindlichen Steuerungen vor. Das System Kinect für die Xbox geht sogar noch weiter als damals Nintendo und lässt die Spieler mit Hilfe einer Kamera ohne Controller in der Hand auskommen. Seit dem Start im Weihnachtsgeschäft verkaufte Microsoft Millionen Kinect-Steuerungen. In der Fachpresse wird bereits seit einiger Zeit diskutiert, ob Nintendo nicht zu lange mit einem Ersatz für die Wii gewartet hat. (dpa/tc)