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Nintendo droht Ärger mit der Wii - Patentklage

11.12.2006
Nach einem gelungenen Europastart seiner Spielekonsole Wii droht Nintendo rechtlicher Ärger.

Amerikanischen Medien zufolge hat die kalifornische Firma Interlink Patentklage gegen den japanischen Spielehersteller bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware eingereicht. Mit dem neuartigen Controller der Konsole soll das Unternehmen ein bereits 2005 angemeldetes Patent von Interlink verletzen. Dabei geht es um ein über Infrarot gesteuertes Eingabegerät.

Die Besonderheit von Nintendos Wii besteht in der neuartigen Steuerung mit einem Controller in der Form einer kleinen Fernbedienung. Bei einem der mitgelieferten Sportspiele wie etwa Tennis oder Golf steuert der Spieler mit Hilfe des kabellosen Geräts durch Bewegung wie etwa bei einem Tennis-Aufschlag den Spielverlauf. Über einen am Fernseher angebrachten Sensor werden die Bewegungen aufgenommen und in den Spielverlauf übertragen. Kurz vor dem Europastart soll es bereits in den USA durch übereifrige Spieler zu leichten Unfällen gekommen sein. Nintendo hatte unterdessen vor einem übertriebenen Spieleinsatz gewarnt.

Die kalifornische Firma Interlink stellt Computerzubehör wie Fernbedienungen und Tastaturen her. Für ein elektronisches Gerät, das etwa als Mausersatz dienen kann, hält das Unternehmen ein Patent. In der bereits am 4. Dezember eingereichten Klage wirft das Unternehmen nun Nintendo vor, mit dem Wii-Controller dieses Patent zu verletzen und fordert Schadenersatz sowie Unterbindung der Patentverletzung.

Erst am vergangenen Freitag hatte Nintendo die Wii-Konsole in Europa erfolgreich auf den Markt gebracht - bereits am ersten Tag war die Konsole vergriffen. Noch in diesem Jahr will Nintendo vier Millionen Geräte verkaufen und würde damit Marktführer Sony und dessen neue Playstation 3 in Sachen verkaufte Stückzahlen haushoch überholen. Die Playstation 3 wird mehr als doppelt so teuer in den Handel kommen als die rund 250 Euro teure Wii. Seinen eigenen Europastart hatte Sony wegen Produktionsengpässen vor allem durch technische Probleme mit dem neuen Blu-ray-Laufwerk auf nächsten März verschieben müssen. (dpa/tc)