IT-Security, Hacker, Virus

"Niemand ist sicher vor Hackern"

25.01.2013 | von Christoph  Witte (Autor) 
Christoph Witte ist ehemaliger Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und Gründer sowie Leiter der Wittcomm, eine Agentur spezialisiert auf Kommunikationsdienstleistungen für Unternehmen aus dem Hightech- und ITK-Segment.
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Motivation für IT-Sicherheit

CW: Aber was bringt Vorstände dazu, das Sicherheitsthema auch aktiv voranzutreiben?

Solari: Compliance ist natürlich ein starker Antrieb, aber nicht der einzige. Wenn Vorstände diese kleine Grafik verstanden haben, erkennen sie auch, dass Sicherheit für das Überleben ihrer Unternehmen essenziell, also strategisch enorm wichtig ist. Sie werden fragen, was sie tun müssen, um diese Lücke zu schließen. Sie fragen, womit sie die Sicherheit ihres Geschäftes erhöhen und das herstellen können, was wir Cyber Confidence nennen.

CW: Was verstehen Sie darunter?

Solari: Cyber Confidence erreichen Unternehmen, wenn sie die Lücke zwischen ihrem Security-Level und den Bedrohungen soweit verkleinert haben, dass sie mit den Bedrohungen fertig werden können und den Cyberkriminellen Substanzielles entgegenzusetzen haben. Das bedeutet nicht, jede Bedrohung sofort ausschalten zu können. Es heißt aber, die notwendigen Mittel dazu in die Hand zu bekommen. Wir wollen den Unternehmen helfen, sie im Cyberspace für ihre Lieferanten, Partner und Kunden genauso vertrauenswürdig zu machen wie in der realen Welt.

CW: Werden Vorstände Security nicht immer nur unter dem Kostenaspekt betrachten?

Solari: Viele Verantwortliche denken sicher so. Aber es gibt immer mehr Topmanager, die verstanden haben, dass Security ihr Unternehmen, ihre Produkte und Services positiv von der Konkurrenz abhebt. In einem sicheren Webshop werden die Leute lieber einkaufen als in einem unsicheren. Sie werden lieber Kunde bei Kraftfahrzeugversicherungen, die nicht wegen Hackerangriffen auf ihre Abrechnungssysteme falsche Rechnungen erstellen und sie werden lieber Autos fahren, deren IT-Subsysteme so abgesichert sind, dass nicht durch Hackerangriffe oder Fehlfunktionen plötzlich die Bremsen versagen. Aus diesen Gründen werden langsam, aber sicher auch die Chefetagen in Sachen Security umdenken. (wh)

Über die Gesprächspartner

Carlos Solari
Carlos Solari

Carlos Solari: CSCs Chef für Cybersecurity

Vor seinem Engagement als Vice President of Cyber Technology von CSC arbeitete Solari unter anderem als Vice President Security Strategie and Solutions für Alcatel Lucent. Bis 2005 diente er als CIO des Weißen Hauses, davor leitete er verschiedene IT-Programme für das FBI.

Joseph D. Pistone: Ex-FBI-Agent und Security-Experte

Ex-FBI Agent Joe Pistone infiltrierte in den 70er Jahren eine der fünf einflussreichsten Mafiafamilien New Yorks (Bonanno). Als angeblicher Juwelendieb Donnie Brasco lieferte er von 1976 bis 1981 wertvolle Informationen an das FBI, die zu mehr als 100 Verurteilungen im Mafia-Milieu führten. Heute berät Pistone Firmen in Sicherheitsfragen. Außerdem berichtet er in Vorträgen über seine Erfahrungen als Donnie Brasco. Seine Geschichte wurde verfilmt. Al Pacino und Johnny Depp spielten die Hauptrollen in dem 1996 produzierten Film, der seinen Decknamen als Titel trug: „Donnie Brasco“

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