Offshoring

Nicht nur Billigjobs gehen ins Ausland

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Der IT-Dienstleister ACS will auch "komplexere, besser bezahlte" Jobs in Niedriglohnregionen verlagern.

Rund 63.000 Mitarbeiter beschäftigt der US-amerikanische IT-Dienstleister ACS, 20.000 davon auf den Philippinen sowie in Mexiko, Jamaica, Guatemala und Indien. Noch im laufenden Geschäftsjahr soll die Offshore-Belegschaft um 4200 Beschäftigte erhöht werden. Betroffen sind davon auch gut bezahlte Tätigkeiten - "etwa Management- und anspruchsvolle Entwicklungsaufgaben", erläutert Lynn Blodgett, President und CEO von ACS. Ob und in welcher Höhe es dadurch zu Stellenstreichungen in den USA kommen wird, wollte das Unternehmen nicht verraten.

Das Offshoring von anspruchsvolleren Jobs liegt im Trend, beobachtet Ron Hira vom Rochester Institut of Technology: "Alle IT-Dienstleister, egal wie groß sie sind, springen derzeit auf diesen Zug auf. Kein IT-Mitarbeiter ist noch sicher. Das Verlagern von technischen Kompetenzen in Niedriglohnregionen hat gerade erst begonnen."

ACS erhofft sich von dem Ausbau der Offshore-Aktivitäten massive Einsparungen. Dieses Geld will der IT-Serviceanbieter vor allem in den Vertrieb, in Innvoationen sowie in die Entwicklung neuer Angebote investieren. "Es ist die richtiger Maßnahme und der richtige Zeitpunkt", so Blodgett. "Wir stärken damit unsere Position, nicht nur in der momentanen Krise, sondern für die kommenden Jahre." Rund 40 Prozent des Umsatzes von ACS entfallen auf Verträge mit US-Behörden. Die Offshore-Services werden jedoch vorrangig für Firmenkunden erbracht. Deren Verträge seien flexibler und daher besser für die Einbindung von Offshore-Komponenten geeignet, erklärte ein ACS-Sprecher.