IBM Rational

Nicht am Markt vorbeientwickeln

Nur ein winziger Bruchteil der heutigen Produktentwicklungen erlangt Marktreife und kann sich dann auch noch erfolgreich durchsetzen. Die IBM-Software "Rational Focal Point" soll hier gegensteuern.

Die Zeitfenster, in denen Unternehmen eine Innovation oder neue Technik erfolgreich am Markt platzieren können, werden immer kleiner. Nach wie vor gilt es, mit den richtigen Produkten zum richtigen Zeitpunkt auf den dafür wichtigen Märkten präsent zu sein. Was in der Theorie jedoch selbstverständlich klingt, erweist sich in der Praxis als äußerst komplex. Nur acht Prozent aller Projekte für neue Produkte erlangen Marktreife, und von diesen scheitern dann 83 Prozent, gibt Oliver Lucht von der IBM Software Group unter Berufung auf Studienergebnisse zu bedenken. Ursachen für dieses Problem seien die verfehlte Einschätzung der Marktbedürfnisse oder der zu späte Markteintritt.

Um hier gegenzusteuern, nennt Lucht vier Ziele:

  • die kürzere Time-to-Market;

  • ein unternehmensweites Verständnis der Kunden- und Marktbedürfnisse;

  • eine höhere Produktivität aufgrund einer verbesserten Entscheidungsfindung sowie klarer und rückverfolgbarer Verantwortungsbereiche;

  • eine messbare Ausrichtung der Release-Planung an strategischen Unternehmensvorgaben und Kundenbedürfnissen.

Zur Unterstützung aller vier Maßnahmen führt IBM sein Produkt "Rational Focal Point" (RFP) ins Feld, dessen Funktionen vom fachlichen Anforderungs-Management über das Produkt-Management bis hin zum Produktportfolio- und IT-Portfolio-Management reichen. In dem datenbankbasierenden System werden Informationen über Produkte, Märkte, Wettbewerber, strategische Vorgaben, Marktanforderungen etc. gesammelt und miteinander in Verbindung gebracht. Entscheidend ist, so IBM, dass partielles Wissen, das in einzelnen Abteilungen wie Entwicklung, Marketing, Vertrieb oder Vorstand vorliegt, gebündelt und damit ein unternehmensweites Verständnis der Kundenbedürfnisse aufgebaut wird. Auf dieser Datenbasis erlaube es RFP, über Priorisierungs- und Analysefunktionen Entscheidungsvorlagen zu generieren, um so die Ausrichtung einer Produkt-Roadmap zu steuern. Laut Lucht erreicht man damit, dass Entscheidungen objektiv getroffen werden und nicht, wie es in der Praxis häufig anzutreffen ist, aus den Interessen oder dem Bauchgefühl Einzelner heraus.

Rational Focal Point - die Architektur

Die Systemarchitektur von IBM Rational Focal Point.
Die Systemarchitektur von IBM Rational Focal Point.

Weitere Kriterien für IBM bei der RFP-Entwicklung waren, dass sich Prozesse mit der Vergabe von dedizierten Verantwortlichkeiten hinterlegen lassen und die Möglichkeit gegeben ist, immer auf aktuelle Informationen zuzugreifen. Ebenso wollte man eine einfache Konfiguration der Software ohne Programmierkenntnisse zur Anpassung an Prozesse und Kundenbedürfnisse gewährleisten. Diese flexible Konfigurierbarkeit sei deshalb so wichtig, weil es im Produkt-Management keine festen Standards gibt. Meist wird in den Unternehmen ein firmenspezifischer Stage-Gate-Prozess oder ein Prozess in Anlehnung an das Pragmatic Marketing Framework praktiziert, weiß Lucht aus der Praxis.

RFP ist eine Web-Anwendung, die über einen Application Server (Tomcat oder Websphere) erreichbar ist. Alle Informationen, die von RFP verwaltet werden, sind in einer Datenbank (DB2, Postgres oder Oracle) strukturiert, einheitlich und revisionssicher abgelegt. Nutzer können auf die Anwendung über Web-Browser (Internet Explorer, Firefox) zugreifen. Durch diese Architektur wird ein weltweit verteiltes Arbeiten ermöglicht. Für externe Anwendungen gibt es eine Web-Services-Schnittstelle, über die Daten importiert beziehungsweise an Werkzeuge zum technischen Anforderungs-Management exportiert werden können. Da in RFP die zukünftige Ausrichtung eines Unternehmens abgelegt wird, bietet das System zudem ein Rollen- und Rechtekonzept an.