Mobile World Congress

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NFC macht das Handy zur Geldbörse

15.02.2011
Die Funktechnik "Near Field Communication" (NFC) ermöglicht neue Bezahldienste fürs Handy.
Das von Samsung für Google gebaute "Nexus S" hat NFC bereits serienmäßig an Bord.
Das von Samsung für Google gebaute "Nexus S" hat NFC bereits serienmäßig an Bord.
Foto: Google

Die Deutsche Telekom kündigte am Dienstag auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein solches "Handy-Portemonnaie" für dieses Jahr an. Dabei muss das Mobiltelefon zum Bezahlen an ein Lesegerät gehalten werden. Neben Mobilfunk-Anbietern setzen auch Handy-Hersteller, Kreditkartenunternehmen und Online-Bezahlsysteme wie PayPal auf NFC.

Der Übertragungsstandard für NFC wurde bereits 2002 von NXP Semiconductors (ehemals Philips ) und Sony entwickelt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Ausprägung der RFID-Technik (Radio Frequency Identification) für die digitale Erfassung von Gegenständen oder Lebewesen.

Im Zentrum der NFC-Technik steht ein Chip mit den Daten für die Nahfeldkommunikation. Das können etwa die für einen Zahlungsvorgang erforderlichen Daten sein, oder bei anderen Anwendungen die Mitarbeiterdaten für die Überprüfung der Zutrittsberechtigung in einem Gebäude. Auch der neue Personalausweis nutzt NFC für seinen integrierten Chip, hier werden die lesbaren Daten des Ausweises gespeichert.

Die sogenannte Luftschnittstelle für das Auslesen der meist verschlüsselten Daten mit einem Lesegerät beschränkt sich in der Praxis auf eine Reichweite von weniger als 50 Zentimetern, wie der Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt, Michael Herfert, erklärt. Die Energie für die Übertragung erhält der Chip vom elektromagnetischen Feld des Lesegeräts.

Sobald Strom zu fließen beginnt, können Chip und Lesegerät in beide Richtungen miteinander kommunizieren. Dabei handelt es sich um ein Halb-Duplex-Verfahren, ein Datenaustausch kann in einer bestimmten Zeit immer nur in einer Richtung erfolgen. So fragt das Lesegerät für einen Bezahlvorgang nach Kreditkartennummer und Ablauf der Gültigkeit. Der Chip überträgt dann die gewünschten Informationen.

Smartphones mit integrierter NFC-Technik wurden unter anderem von Samsung vorgestellt. In Asien, vor allem in Japan, haben NFC-Handys bereits eine weitere Verbreitung als in Europa oder den USA gefunden. Die für dieses Jahr erwartete nächste Ausgabe des iPhones von Apple soll nach unbestätigten Berichten ebenfalls NFC unterstützen (vermutlich über Zubehör). Auch Google hat eine NFC-Schnittstelle in sein Smartphone-Betriebssystem Android und sein Smartphone "Nexus S" eingebaut. (dpa/tc)