Vermutlich keine Haftstrafe - wegen Asperger-Syndrom

Neuseeländischer Hacker bekennt sich vor Gericht schuldig

01.04.2008
Ein 18 Jahre alter Computer-Hacker aus Neuseeland, der weltweit mehr als eine Million Rechner mit einem Virus infiziert haben soll, hat sich in sechs Anklagepunkten schuldig bekannt.

Nach neuseeländischen Medienberichten gestand der Jugendliche am Dienstag vor einem Gericht in Thames im Norden Neuseelands unter anderem, sich in betrügerischer Absicht Zugang zu Computern verschafft zu haben und zum Zwecke von Straftaten im Besitz von entsprechender Software gewesen zu sein. Ihm wird vorgeworfen, unter dem Codenamen "AKILL" eine internationale Bande von Computer-Hackern dirigiert zu haben. Der entstandene Schaden wird auf umgerechnet 13,5 Millionen Euro geschätzt.

Der Teenager war im vergangenen November nach 18-monatiger Fahndung der amerikanischen Bundespolizei FBI und der niederländischen und neuseeländischen Sicherheitsbehörden in seinem Heimatort Hamilton rund eine Autostunde südlich von Auckland gefasst worden. Den Berichten zufolge dürfte der 18-Jährige aber aus gesundheitlichen Gründen um eine Haftstrafe herumkommen. Da er an dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, leide, habe der Richter bereits erkennen lassen, dass er den Angeklagten im Falle eines Schuldspruchs wohl nicht ins Gefängnis schicken werde, hieß es. (dpa/tc)