Dropbox, iCloud, HiDrive, Mozy

Neun Online-Festplatten im Test

11.03.2012 | von 
Stefan von Gagern
Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
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Platz 4 - Dropbox.com: Einfach wie der Desktop

Hübsche Zeichentrickfiguren machen bei der Dropbox-Tour Technik für jeden anschaulich und begreifbar.
Hübsche Zeichentrickfiguren machen bei der Dropbox-Tour Technik für jeden anschaulich und begreifbar.
Foto: Stefan von Gagern

Dropbox ist seit dem Start im Jahr 2007 schnell zum Star der Online-Speicherdienste aufgestiegen. Rund 50 Millionen Nutzer packen heute alle drei Tage rund eine Milliarde Dateien auf Dropbox. Obwohl der Löwenanteil der Anwender (rund 96 Prozent) nur einen Gratis-Account nutzt, soll der Dienst den eigenen Angaben nach profitabel arbeiten. Ein wichtiger Teil der Erfolgsformel ist der leichte Einstieg. Mit Videos oder einer Tour zum Durchklicken bekommen alle Technikmuffel in wenigen Minuten erklärt, wie Dropbox funktioniert.

Mit den vorbenannten Standardordnern und dem sowohl optisch wie auch bedientechnisch dem Betriebssystem angepassten Konzept wird das Herumschieben von Daten auf der Online-Platte so normal wie auf der lokalen HDD.
Mit den vorbenannten Standardordnern und dem sowohl optisch wie auch bedientechnisch dem Betriebssystem angepassten Konzept wird das Herumschieben von Daten auf der Online-Platte so normal wie auf der lokalen HDD.
Foto: Stefan von Gagern

Auf Windows, Mac oder Linux installiert der Dropbox-Nutzer die Client-Software. Das Prinzip dahinter ist einfach: Alles, was in den erstellten Dropbox-Ordnern liegt, ist auf allen Rechnern und Systemen verfügbar. Oder überall im Browser, in dem man sich mit seinem Dropbox-Account anmeldet. Oder auf Mobilgeräten, die per App für iOS oder Android ebenfalls Zugriff bekommen. Jeder der Ordner erfüllt einen bestimmten voreingestellten Zweck: "Public" dient zum Weitergeben von Dateien, "Photos" erzeugt Bildergalerien, "Austausch" ist zum Hin- und Herschieben von Gerät zu Gerät gedacht.

Komplexe Nutzerverwaltung

Standardordner machen die Bedienung bei Dropbox leicht verständlich.
Standardordner machen die Bedienung bei Dropbox leicht verständlich.
Foto: Stefan von Gagern

Dropbbox überfordert niemanden mit schwer nachvollziehbaren Nutzerrechten. Wer Ordner für sein Team oder Freunde freigeben möchte, lädt die anderen einfach ein. Genial und motivierend ist die soziale Komponente. 2 Gigabyte gibt es zum Start für jeden kostenlos. Wer fleißig weiterempfiehlt - und bei allen möglichen anderen Gelegenheiten - bekommt als Belohnung immer wieder einmal ein paar hundert Megabyte obendrauf. Profis können ab 9,99 Dollar Monatsgebühr auf 50 GB oder 100 GB aufrüsten, für Teams stehen Accounts mit einem Terabyte und mehr bereit.

Kritik an Dropbox kommt aus der Security-Ecke: Die automatische Anmeldung ohne neue Passwort-Abfrage ist ein Risiko - gerade dann, wenn das unverschlüsselte Notebook wieder einmal abhanden gekommen ist. Wer Daten auf Dropbox verschlüsseln und verschlüsselt übertragen möchte, muss zu Zusatzprogrammen wie Safebox greifen.

Fazit: Der Allrounder Dropbox erledigt die Anwendungsfälle, die jeder gebrauchen kann (Fotos weitergeben, Dateien überall verfügbar machen) und anspruchsvollere Jobs wie den schnellen Arbeitsgruppen-Server simpel, schnell und eleganter als die Konkurrenz. Die Apps sind gelungen, bieten aber einige Funktionen weniger als Desktop oder Browser. Angesprochene Sicherheitsmängel wiegen bei Geschäfts- und Firmenanwendern schwerer als im Privatbereich. Die teilweise schwerfällige Performance mag die Anwender zwar nerven, ist aber wohl dem Funktionsumfang geschuldet und fällt bei dieser Art der Web-Anwendung nicht ganz so stark ins Gewicht. Alles in allem reicht es für Dropbox jedoch knapp nicht für einen der ersten drei Plätze in unserem Check.

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