Eine Frage der Hose

Neulich…auf dem Oktoberfest

21.09.2012
Lustreisen für Vertriebler? Nein, ein Münchner Hightech-Unternehmen fand einen ganz anderen Weg, um seine Verkäufer rundherum glücklich zu machen.

Unternehmen müssen Verkäufern etwas Besonders bieten, wenn diese noch mehr aus dem Kunden herausholen sollen. Dass das auch ganz ohne Lustreise und Skandal klappt, bewies eine Hightech-Firma aus München. Sie lud alle Vertriebsmitarbeiter zum Oktoberfestbesuch ein, Freibier und Freihendl inklusive.

Lederhosen machen auch Vertriebler glücklich.
Lederhosen machen auch Vertriebler glücklich.
Foto: PeJo_shutterstock

Nachdem schon die eine oder andere Maß getrunken war, deuteten die Verkäufer an, dass ihnen die Oktoberfest-"Uniform" aus Lederhose, kariertem Hemd und Haferlschuhen sehr gute gefalle. Der Chef verstand den Wink, im nächsten Jahr steckte er seine 20 Profiverkäufer in die Trachtengarnitur; er hatte dafür einen Leihservice gefunden. Das Problem: die Vertriebler fanden so großen Gefallen an diesen bayerischen Anziehsachen, dass sie sie gar nicht mehr ausziehen wollten und sich zum Ärger des Geschäftsführers zierten, bis sie die Lederhosen wieder herausrückten.

Für das nächste Jahr musste sich der Manager etwas einfallen lassen. Damit er sich die unnötigen Kommentare ersparte, kaufte er jedem Verkäufer eine komplette Tracht. Groß war die Begeisterung, als die Verkäufer die Lederhose als ihr eigen nennen durften. So groß, dass einige tags darauf mit ihr sogar ins Flugzeug stiegen. Wie die Familien darauf reagierten, wissen wir nicht. Wir sind aber sicher, dass die Vertriebler dieses Jahr wieder ganz stolz in ihrer Uniform zum Oktoberfest anreisen werden.

Wie man ins Bierzelt kommt

Nicht nur Vertriebler, sondern auch Kunden, selbst aus den entlegendsten Teilen der Welt, erwarten, vom Münchner Partner zum Oktoberfest eingeladen zu werden. Der Vertriebsabteilung eines IT-Unternehmens passierte nun das Malheur, nicht rechtzeitig Tische im Bierzelt reserviert zu haben. Denn ohne Reservierung gibt es kaum Chancen auf einen freien Platz, und mit den Kunden auf der Theresienwiese umherirren - das geht auch nicht.

Wie das passieren konnte? Ganz typisch für die heutige Zeit: Es wurde umstrukturiert, die gute Seele der Abteilung, die Sekretärin, war weg, und prompt war auch die Reservierung für das Bierzelt vergessen worden. Die Idee der Verkäufer: Ab zehn Uhr in der Früh bis zum Nachmittag im Turnus von zwei Stunden begann für jeweils zwei Mitarbeiter das Trinkfest, und sie hielten die Plätze besetzt. Die Chefs wussten natürlich nichts, zeigten den Kunden stolz die Münchner Bier- und Feierkultur. Man wollte sich schließlich nicht mit so einem Anfängerfehler blamieren.

Dass sich auch Chefs auf dem Oktoberfest blamieren können, zeigt unsere Geschichte auf der nächsten Seite: Oktoberfest - der Tag danach