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Neues Virus bremst Virenscanner aus

05.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine völlig neue Viren-Variante für Windows-NT/2000 beunruhigt die Hersteller von Antiviren-Software. Der Virus "W2k.Stream" kann alle bis jetzt implementierten Schutzmaßnahmen unterlaufen.

Der Virus wurde am Wochenende von russischen Antiviren-Spezialisten im Kaspersky Lab ausfindig gemacht. Laut der CW-Schwesterpublikation "TecChannel" nutze W2K.Streams im Gegensatz zu bisher gängigen Viren eine spezielle Funktion des NTFS-Filesystems von Windows NT/2000 aus: Die Aufteilung von Dateien in mehrere Streams. W2K.Stream sei der erste bekannte Schädling, der sich dieser Methode bedient, um Dateien zu infizieren.

Zwar sei die neue Virus-Variante für alle Rechner mit NTFS-Dateisystem gefährlich, bislang attackiere W2K.Streams jedoch lediglich Windows-2000-Maschinen. Und da sich der Schädling derzeit nur im Haupt-Stream einniste, werde er auch noch von allen Antiviren-Programmen entdeckt. Das könne sich allerdings ändern. Dazu ein Spezialist vom Kaspersky Lab: "Neue Varianten des Virus könnten andere Streams angreifen. Und in diesem Fall würden die momentanen Antiviren-Programme völlig wirkungslos, die Antiviren-Engines müssten komplett überarbeitet werden." Der Grund: Bislang scannt kein Antiviren-Tool auch die Neben-Streams einer Datei.