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Neues Patent: Adobe, Microsoft und Sun müssen zahlen

22.02.2006
Einer kleinen kalifornischen Firma wurde ein Patent auf alle Arten von Rich Clients für das Internet zugesprochen.

Balthaser Online Inc. bezeichnet sich großspurig als führender Anbieter von Internet-Technologie der nächsten Generation. Das U.S. Patent mit der Nummer 7,000,180 könnte zumindest dafür sorgen, dass die kleine Firma mit zukünftigen Internet-Anwendungen viel Geld verdient, wenn auch mit den Produkten anderer Unternehmen. Die Urkunde trägt den allgemein gehaltenen Titel "Methoden, Systeme und Prozesse für das Design und die Erstellung von Rich-Media-Applikationen über das Internet".

Neil Balthaser, Gründer und Chef der Firma, nennt in einer Pressemitteilung die Technologien, die nach seiner Auffassung unter das Patent fallen. Dazu zählen Macromedias "Flash" und "Flex", Java und Microsofts XAML, eine Markup-Sprache für das neue Grafiksystem von Windows Vista ("Windows Presentation Foundation", Codename "Avalon"). Zusätzlich wären alle Implementierungen des zuletzt populär gewordenen "Ajax" (Asynchronous Javascript and XML, siehe: "Open Ajax soll AJAX populärer machen") betroffen. Darüber hinaus sieht sich Balthaser "in der Lage, Lizenzen für beinahe alle Rich-Media-Anwendungen im Internet zu vergeben" und zwar "für eine große Bandbreite von Geräten und Netzwerken".

Bola Rotibi, Analyst beim britischen Marktforschungsunternehmen Ovum, geht davon aus, dass die großen IT-Konzerne das Patent anfechten werden. Der Fall RIM (siehe "Blackberry: Showdown vor Gericht entscheidet über Online oder Offline") zeigt allerdings, dass dies sehr schwierig sein dürfte. Alternativ könnte daher ein Wettlauf unter den Branchengrößen einsetzen, die Firma Balthaser zu übernehmen. (ws)