T-Mobile sorgt für den Netzbetrieb

Neuer WLAN-Aufguss der Kaffeekette Starbucks

30.08.2002
MÜNCHEN (IDG) - Die Kaffeehauskette Starbucks nimmt einen neuen Anlauf, in ihren Läden Wireless-LAN-Services zu etablieren. Nachdem der erste Versuch mit den Partnern Mobilstar Networks und Microsoft gescheitert war, sind jetzt T-Mobile und HP mit im Boot.

Neues Spiel, neues Glück: Knapp ein Jahr nachdem der für die Starbucks-WLANs verantwortliche Netzbetreiber Mobilstar Networks Pleite ging und damit die ersten 350 Hotspots der Kaffeeverkäufer lahm legte, startet Starbucks jetzt neu. Für den zweiten Versuch zeichnet nun die Telekom-Tochter T-Mobile International verantwortlich, über deren Backbone der "T-Mobile Hotspot Service" in den USA betrieben wird. Außerdem wird in den Shops und im Internet der "Wireless Connection Manager" von HP kostenlos angeboten. Mit Hilfe der Software können Anwender ihre Endgeräte so konfigurieren, dass sie automatisch WLANs erkennen und Verbindungen aufbauen. Damit ist Microsoft, im ersten Projekt noch Premium-Partner, aus dem Rennen.

Laut Starbucks werden zunächst in 1200 der insgesamt 4500 Shops in den Vereinigten Staaten so genannten Hotspots eingerichtet, bis zum Jahresende sollen weitere 800 folgen. Außerdem wurden jeweils in London und Berlin ein Cafe mit WLAN-Technik ausgerüstet. In Europa sollen nach und nach weitere Hotspots hinzukommen. Kunden können sich in diesen Läden bei einer Tasse Kaffee gegen eine einmalige Nutzungsgebühr oder monatliche Pauschale per Notebook oder Handheld ins Internet einwählen. Die WLANs unterstützen eine Transferrate von 11Mbit/s.

Kostspielige Einwahlgebühren

Für den Pay-per-use-Service müssen die Gäste 2,55 Dollar berappen, für die unbegrenzte lokale Nutzung monatlich 30 Dollar. Die Monatsgebühr für die landesweite Nutzung der Starbucks-Hotspots kostet 50 Dollar.

Angesichts der hohen Tarife könnte sich der WLAN-Service der Coffee-Company für die Kunden jedoch als kalter Kaffee erweisen. Analysten bezweifeln jedenfalls, dass sich der Dienst bis auf weiteres rechnet. Die Marktforscher der Zelos Group erwarten für das Starbucks-Projekt in den kommenden zwei Jahren bis zu 50000 Kunden. Eine solche Teilnehmerzahl würde die Installations- und Betriebskosten allerdings nicht decken. Für T-Mobile, dessen US-Ableger Voicestream vor der Übernahme durch die Deutsche Telekom noch den Projektvorgänger und Pleitier Mobilstar Networks gekauft hatte, könnte sich der Deal trotzdem lohnen. Die Zusammenarbeit mit Starbucks dürfte zur Stärkung des in den USA noch wenig bekannten Markennamens beitragen. (pg)