In die Diskussion um das 100-Mbit/s-Ethernet kommt Bewegung

Neuer Standard soll auf einer Level-3-Verkabelung basieren basieren

15.01.1993

Das kuenftige Ethernet, die Gruppe um HP und Co nennt es 100Base- Voice-Grade (VG), soll demnach die gleiche Verkabelung und die gleiche Paketgroesse wie das derzeitige 10BaseT-Ethernet nutzen. Der Plan sieht allerdings ein modifiziertes MAC-Protokoll vor, das ohne die CSMA- und CD-Mechanismen auskommt. Durch den Verzicht auf CSMA/CD und die geplante Hub-orientierte Sterntopologie sei das 100Base-VG, so die Entwickler, besonders gut fuer Multimedia- Applikationen auf Arbeitsplatzrechnern geeignet.

Im Gegensatz dazu will die Gruppierung um 3Com, Synoptics, Sun Microsystems und LAN Media auf eine Aenderung der vorhandenen MAC- Protokolle verzichten. Ausserdem moechte die Gruppe bis zur Freigabe des neuen Standards ihr System auf den vorhandenen Schnittstellen und Treibern aufbauen.

Beide Lager sind sich jedoch einig darueber, dass die neue Ethernet-Technologie auf einer Verkabelungstechnik des Level 3 basieren sollte. So koennten ausserdem vieradrige UTP-Kabel eingesetzt werden.

Allein auf weiter Flur steht dagegen die Grand Junction Networks Inc. mit ihrem Vorschlag: Das Unternehmen will fuer seinen Netzentwurf eine Verkabelung auf Level 5 verwenden.

Wie die CW-Schwesterpublikation "Network World" berichtet, ist Grand Junction allerdings auch bereit, einen Standard auf Level 3 zu akzeptieren.

Falls jedoch keine Einigung gefunden wird, rechnen Insider damit, dass Grand Junction gegen Ende Januar 1993 seine eigenen Vorschlaege vor dem IEEE-Komitee praesentieren wird.

Doch IEEE-Chairwoman Patricia Thaler gibt sich zuversichtlich. Sie rechnet damit, dass der neue Standard bis Maerz verabschiedet wird.