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Neuer Extreme-Prozessor von Intel in der Pipeline

18.11.2005
In der Pressemitteilung des Motherboard-Bauers Asustek wird ein neuer Highend-Desktop-Prozessor erwähnt, den Intel noch gar nicht listet.

Das "P5WDG2-WS"-Board von Asustek unterstütze den "Pentium Extreme Edition 955", heißt es in der Ankündigung der Taiwaner. Dabei handelt es sich offenbar um die erste Iteration des "Presler"-Cores, den Intel heuer auf seinem Spring Developer Forum angekündigt hatte. Ein Konzernsprecher wollte dies nicht bestätigen, sondern räumte lediglich ein, dass Intel den auf dem Board verbauten Chipsatz "975X" ausliefere.

Presler ist Intels erster Desktop-Chip mit 65 Nanometer Strukturbreiten. Er wird als Dual-Core-Chip vermarktet, ist in Wirklichkeit aber ein Multichip-Modul, bei dem zwei separate Prozessoren in einem gemeinsamen Package untergebracht sind - billiger und einfacher zu implementieren als zwei Kerne auf einem Stück Silizium (vor allem zwei Cores mit den Stromverbrauchsproblemen, die Intels Desktop-Chips in den vergangenen Jahren auszeichneten).

Presler und sein Single-Core-Ableger "Cedar Mill" stellen wahrscheinlich das Ende der "Netburst"-Architektur dar, die seit dem Jahr 2000 die Grundlage der Pentium-4-CPUs und des später eingeführten Pentium D bildet. Netburst sollte es ermöglichen, die Leistung der CPU durch immer höhere Taktung weiter in die Höhe zu treiben. Leider wurde dabei außer Acht gelassen, dass auch Leistungsaufnahme und Abwärme mitskalierten.

Im zweiten Halbjahr 2006 wird Intel daher seine "Mikroarchitektur der nächsten Generation" einführen. Diese wird Stromspar-Prinzipien verwenden, wie sie ähnlich auch schon im Pentium-M aus dem Centrino-Paket zu finden sind.

Mit der Pentium Extreme Edition will Intel indes vor allem Gamer und andere PC-Nutzer ansprechen, die ihrem Rechner höchste Leistung abverlangen. Dafür verlangt der Halbleiterkonzern einen ordentlichen Aufpreis und verkauft entsprechend geringe Stückzahlen dieser Chip-Boliden. (tc)