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Neue Versionsverwaltung für Linux-Kernel

21.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Linus Torvalds hat eine neues Tool für das Versions-Management des Linux-Kernels. "Git" ist ein einfaches System, das er selbst programmiert hat. Es tritt an die Stelle von "Bitkeeper", von dem er - wie hier berichtet - Anfang dieses Monats Abstand genommen hatte. Torvalds hatte Bitkeeper, ein Produkt der Firma Bitmover aus San Francisco, erklärtermaßen gern verwendet, weil es seine Produktivität deutlich erhöht hatte. Aber es gab massive Proteste gegen das Programm, weil es proprietär und nicht Open Source ist.

Als Alternative war vorübergehend "Sourcepuller" im Gespräch, ein Tool von Andrew Tridgell, der wie Torvalds bei den Open Source Development Labs beschäftigt ist. Dies ist zu Bitkeeper kompatibel, genügte aber den funktionalen Ansprüchen des Linux-Initiators nicht. Das daraufhin entwickelte Git hat bei weitem nicht die funktionale Tiefe von Bitkeeper. "Es ist in vielerlei Hinsicht beschissen", gestand Torvalds. "Aber es genügt meinen Ansprüchen." Er habe sich einfach darauf konzentriert, nur die wichtigsten Funktionen zu implementieren, die er mit Bitkeeper verwendet habe. Kernel-Entwickler müssten sich damit abfinden, dass einige komfortable Eigenschaften des proprietären Sourcecode-Management-Tools nicht mehr zur Verfügung stehen. (ls)