"Guardian"

Neue NSA-Dokumente bekräftigen Vorwürfe an Geheimdienste

31.07.2013
Die britische Tageszeitung "The Guardian" hat eine weitere NSA-Präsentation veröffentlicht.
Zentrale des US-Militärgeheimdienstes National Security Agency (NSA)
Zentrale des US-Militärgeheimdienstes National Security Agency (NSA)
Foto: NSA

Der zufolge hat der US-Geheimdienst praktisch unbegrenzten Zugriff auf Internetdaten der Menschen weltweit. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hatte bereits Anfang Juni in seinem ersten Interview behauptet, er hätte auch den US-Präsidenten belauschen können, wenn er die E-Mail-Adresse gewusst hätte. Dies war von US-Offiziellen dementiert worden.

Der in Brasilien lebende US-Journalist Glenn Greenwald, mit dem Snowden zusammenarbeitet, veröffentlichte am Mittwoch in der Online-Ausgabe des "Guardian" eine Präsentation aus dem Jahr 2008 zum Programm "XKeyscore" (das laut "Spiegel" auch deutsche Dienste verwenden). Geheimdienstmitarbeiter können danach in "enormen Datenbanken" der NSA nach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Schlagworten suchen. Für die einzelnen Anfragen bräuchten sie keine gesonderte Zustimmung eines Richters oder eines anderen NSA-Mitarbeiters, schreibt der "Guardian". Auch die Beobachtung der Internetaktivität einzelner in Echtzeit sei mit "XKeyscore" möglich.

Auch die jetzt vom "Guardian" veröffentliche NSA-Präsentation lieferte Whistleblower Edward Snowden.
Auch die jetzt vom "Guardian" veröffentliche NSA-Präsentation lieferte Whistleblower Edward Snowden.
Foto: YouTube / Guardian

Die Präsentation stammt wie vorige Veröffentlichungen aus dem Bestand von Snowden. Diesmal stellte der "Guardian" allerdings den kompletten Schriftsatz ins Netz. Einige Seiten wurden geschwärzt, weil sie Details zu konkreten Geheimdiensteinsätzen enthielten, die man nicht verraten wolle.

Einer weiteren Präsentation zufolge könne der US-Geheimdienst auf "fast alles, das ein typischer Nutzer im Internet tut" zugreifen - E-Mails, Suchanfragen und Verbindungsdaten von Millionen Menschen. (dpa/tc)