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Neue "nano-Technik" von Apple

08.09.2005
Mit dem Flash-speichernden "iPod nano" und dem Motorola "ROKR" mit mobilem iTunes will Apple seine Erfolgsgeschichte im Markt für digitale Musik fortschreiben.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Apple hat gestern mit dem "iPod nano" den Nachfolger des bisherigen "mini" präsentiert. Der Neuling arbeitet mit Flash-Speicher anstelle der bisherigen Minifestplatte und ist mit wahlweise 2 oder 4 Gigabyte Kapazität erhältlich. Er ist mit 0,69 Zentimeter dünner als ein Bleistift, wiegt 42,5 Gramm und hat ein Farbdisplay. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 14 Stunden an. Der 30-Pin-Dock-Anschluss des nano ist der gleiche wie beim mini und dem "großen" Festplatten-iPod, sodass man die meisten der über 1000 mittlerweile erhältlichen Zubehörprodukte verwenden kann.

Der iPod nano kostet je nach Speicherausstattung 199 oder 249 Euro, er ist in weiß oder schwarz erhältlich. Kopfhörer, ein USB-2.0-Kabel und eine iTunes-CD für Mac OSX und Windows werden mitgeliefert. Weiteres Zubehör wie Armbänder, Dock und "nano-Tubes"-Schutzhüllen will Apple binnen Monatsfrist auf den Markt bringen.

Apropos iTunes: Die Jukebox-Software wurde zum nano-Launch auf Version 5 aktualisiert. Die Oberfläche wurde leicht verändert und nutzt nun den Desktop-Platz besser aus. Dazu kommen Detailverbesserungen wie Ordner für Playlists, Voreinstellungen für die Zufallswiedergabe und eine Kindersicherung. Apples Multimedia-Framework "QuickTime" wurde ebenfalls weiterentwickelt und liegt nur für Mac und Windows in Version 7.0.2 vor (für Windows gibt es nur noch einen gemeinsamen Download von iTunes und QuickTime).

Außerdem gibt es mit dem "ROKR" von Motorola nun endlich das seit Ewigkeiten versprochene iTunes-Handy. Es kommt Ende des Monats für 389 Euro auf den Markt und ist mit einer mobilen iTunes-Version ausgestattet, die bis zu 100 Songs, Hörbücher oder Podcasts mit Mac oder PC synchronisiert. Allerdings nicht einmal drahtlos (sondern nur über USB), und Songs im iTunes Music Store online einkaufen kann man mit dem ROKR auch nicht.

Analysten sehen das ROKR aber ohne nur als "Vorspiel" zu einem weiteren Vordringen Apples in den Mobilfunkmarkt - das könnte zum einen durch Handys geschehen, die mehr Ähnlichkeiten mit dem "iPod aufweisen (die Internet-Adresse www.iphone.com hat Apple bereits reserviert), zum anderen auch durch einen Mobilfunkdienst unter der Apple-Marke. Ansonsten drohe dem Hersteller aus Cupertino der Verlust seiner dominierenden Marktposition, da praktisch alle Mobiltelefonhersteller und Netzbetreiber an Musik-Download-Features arbeiten. (tc)