Ab 1990 soll Telekommunikation Anteil von 10 Prozent haben:

Neue Medien reduzieren Briefaufkommen

18.05.1984

BONN (VWD) - Bei gleichem Bruttosozialprodukt und gleichem Informationsvolumen könnten 1990 schätzungsweise schon rund 10 Prozent des Verkehrsaufkommens des herkömmlichen Briefdienstes durch neue Telekommunikationsdienste ersetzt werden. Das teilt die Bundesregierung in ihrer am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion mit.

Genaue Angaben über eine Verlagerung vom papiergebundenen auf den elektronischen Nachrichtenverkehr seien derzeit jedoch noch nicht möglich, da die technologische Entwicklung nur schwer abgeschätzt werden könne. In diesem Zusammenhang weist die Bundesregierung den Vorwurf der Opposition zurück, das Postwesen sei zugunsten zukünftiger Kommunikationstechnologien "fast vollständig vernachlässigt" worden. Die Bundesregierung habe im Bereich der Zukunftstechnologien längst fällige Entscheidungen getroffen, zugleich aber auch Orientierungsdaten für das Postwesen allgemein gesetzt.

Die Bundesregierung wiederholt in ihrer Antwort die schon mehrfach getroffene Feststellung, daß Gebührenerhöhungen oder -senkungen im Briefdienst für 1985 nicht vorgesehen seien. Auch gebe es keine Bestrebungen, Arbeits- und Ausbildungsplätze bei der Bundespost durch Rationalisierungsmaßnahmen einzusparen.

Eine Sanierung des Postwesens sei notwendig, könne jedoch erst nach Abschluß entsprechender Untersuchungen im Frühjahr 1985 in Angriff genommen werden.