CW-Kolumne

Neue Konkurrenz für ITK-Anbieter

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Das hier ist eigentlich nicht der Platz für Produktmeldungen, aber heute wollen wir eine Ausnahme machen.

Der General-Electric-Ableger "GE Intelligent Platforms" hat vor wenigen Wochen mit unüberhörbarem Marketing-Geräusch seine Software-Suite "Proficy Monitoring & Analysis" angekündigt - eine integrierte Lösung für Big-Data-Management und Analytics im Bereich industrieller Daten. Die Suite umfasst sechs Module, die sich mit nahezu allem beschäftigen, was im Big-Data-Umfeld relevant ist - vom Sammeln, Analysieren und Visualisieren von Daten über eine spezielle Speicherlösung auf der Basis von Hadoop-Clustern bis hin zu einer Konsole für das Beobachten und Optimieren industrieller Prozesse.

Heinrich Vaske, Chefredakteur der COMPUTERWOCHE
Heinrich Vaske, Chefredakteur der COMPUTERWOCHE

GE ist nicht allein. Auch Siemens, ABB, Philips und andere Industriegrößen investieren in IT-Lösungen und bauen umfassende Portfolien auf, mit denen ihre Kunden smarte Fabriken und vernetzte Produktionslandschaften errichten können. Zwischen den bekannten IT-Anbietern auf der einen und den großen Industriekonzernen auf der anderen Seite hat sich in Zeiten von Industrie 4.0 eine Marktlücke aufgetan, die nun beide Seiten füllen möchten. GE hat dazu Ende 2012 angekündigt, für eine Milliarde Dollar in "Industrial-Internet"-Techniken - so die hauseigene Wortschöpfung für den Trend - zu investieren.

Für 105 Millionen Dollar hat sich der Konzern bei Pivotal Software eingekauft, einem Spinoff von VMware und EMC, das sich mit neuen Big-Data-, Programmierungs- und Cloud-Techniken beschäftigt. Siemens war auch nicht untätig und hat Softwarehäuser in den Bereichen Logistik und Produktionsplanung zugekauft und zum Thema Smart Grids ein Abkommen mit dem Big-Data-Spezialisten Teradata getroffen.

Diese Aktivitäten der Industriekonzerne, oftmals nur als Randnotizen wahrgenommen, zeigen, welche Bedeutung Software als Wertschöpfungsfaktor für die Industriegiganten bekommen hat. Entwickler saßen dort schon immer, doch jetzt geht es in die typischen ITK-Mainstream-Themen. Wir werden den Markt im Auge behalten.