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Neue Investoren für Spieleanbieter Bigpoint

26.04.2011
Der deutsche Onlinespiele-Anbieter Bigpoint erreicht ein neues Level.

Finanzinvestoren übernehmen die Mehrheit am Unternehmen und bewerten es dabei mit 600 Millionen Dollar. Sie wollen eine "aggressive Expansion" unterstützen.

Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz
Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz
Foto: Bigpoint

Es ist eine deutsche Erfolgsgeschichte in der amerikanisch geprägten Internetbranche: Zwei US-Investoren übernehmen die Mehrheit am Onlinespiele-Anbieter Bigpoint und taxieren ihn dabei auf 600 Millionen Dollar (411 Millionen Euro). Diese Bewertung bestätige die "führende Position" des Unternehmens in dem rasant wachsenden Segment, erklärte Bigpoint-Gründer und -Chef Heiko Hubertz am Dienstag in Hamburg.

Die amerikanischen Private-Equity-Firmen TA Associates und Summit Partners erwerben für 350 Millionen Dollar (240 Millionen Euro) "etwas mehr als die Hälfte" an dem Unternehmen, das Hubertz 2002 in Hamburg gegründet hatte. "Wir glauben, dass Bigpoint eine der vier oder fünf wertvollsten Internetfirmen in Europa wird", sagte TA-Geschäftsführer John Meeks der Nachrichtenagentur dpa. Hubertz behält seinen 30-prozentigen Anteil: "Ich glaube sehr stark an das Unternehmen und habe so viel Spaß. Da möchte ich nur ungern von außen zugucken."

Bisherige Mehrheitseigner waren die Investmentfirma GMT und Peacock, ein Gemeinschafts-Fonds von NBC Universal und General Electric (GE). Sie hatten im Juni 2008 für 70 Millionen Euro 70 Prozent übernommen. NBC steigt komplett aus, GMT und GE behalten eine kleine Beteiligung.

Ein Screenshot aus dem Bigpoint-Spiel "Dark Orbit"
Ein Screenshot aus dem Bigpoint-Spiel "Dark Orbit"
Foto: Bigpoint

Mit dem Eigentümerwechsel fließt kein frisches Kapital in die Firma. Die neuen Investoren seien aber bereit, eine "aggressive Expansion" zu unterstützen, betonte Hubertz - etwa bei Übernahmen oder der Erschließung neuer Länder. Bigpoint will derzeit vor allem sein US-Geschäft ausweiten. Ein Börsengang ist für das nächste Jahr vom Tisch. Langfristig sei das aber ein "realistisches Szenario", sagte Hubertz der dpa.

Die Spiele von Bigpoint werden direkt über den Internet-Browser bedient und sind zunächst kostenlos - Spieler können sich aber mit Premium-Mitgliedschaften und Extras Erleichterungen verschaffen oder ihre Figur aufwerten.

Das Unternehmen hat nach Angaben der "Financial Times Deutschland" 2009 insgesamt 52 Millionen Euro Umsatz erzielt, ein Jahr später sei es bereits eine dreistellige Summe gewesen. Der Gewinn sei von zwölf Millionen auf eine zweistellige Millionensumme gestiegen. Fürs laufende Jahr erwartet Bigpoint ein ähnlich kräftiges Wachstum.

Der Umsatz mit Onlinespielen ist zwar im Vergleich zu PC- oder Konsolenspielen noch relativ klein, Experten erwarten jedoch in den nächsten Jahres ein kräftiges Wachstum. Der US-Marktforscher Instat schätzt, dass sich das Volumen von 7,3 Milliarden Dollar im Jahr 2010 bis 2014 verdoppelt. Größter Anbieter ist derzeit Zynga, das seine Spiele über Soziale Netzwerke wie Facebook vermarktet. (dpa/tc)