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Neue Internet-Boykotte in Frankreich und Griechenland

14.01.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In Griechenland und Frankreich sind die Internet-Surfer mal wieder sauer auf die örtlichen TK-Unternehmen. Die Griechen sind für heute zum ersten Internet-Boykott aufgerufen. Grund ist eine Entscheidung des staatlichen Carriers OTE, die Gebühren für Ortsgespräche deftig anzuheben. Im Vergleich mit dem Rest der EU gibt es in Griechenland deutlich weniger Internet-Anschlüsse, was häufig auf die hohen Telefonkosten zurückgeführt wird. Die OTE behauptet jedoch, daß für diejenigen Surfer, die ihren eigenen Internet-Provider OTEnet nutzen, der Zugang sogar billiger werde. Georgios Theodoropoulos, Chef des konkurrierenden ISPs HellasNet, sieht das ganz anders: "Hoffentlich leben wir eines Tages in einem Land, in dem unsere Intelligenz nicht dadurch beleidigt wird, daß der Staat eine 50prozentige Preiserhöhung als Preissenkung deklariert." +++ Nachdem die Franzosen bereits am 13. Dezember erstmals das Internet bestreikt hatten, soll am 31. Januar ein zweiter Boykott folgen. Die Surf-Aktivisten sehen ihre Forderungen nach preiswerteren Ortsgesprächen noch nicht erfüllt. Zwar hatte die France Télécom zwei Tage nach dem ersten Streik die Gebühren für die Standleitungszugänge von Firmenkunden um 20 Prozent gesenkt, Privatkunden blieben aber außen vor. Die Franzosen, allen voran die "L´Association des Internautes Mécontents" (Adim), fordern sogenannte Flat-Rate-Gebühren, bei denen - wie in den USA üblich - Ortsgespräche bereits mit der Anschlußgrundgebühr abgedeckt sind.