Hewlett-Packard konkretisiert SDN-Strategie

Neue HP-Switches für Software Defined Networking

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
HP hat im Rahmen seiner SDN-Strategie eine neue Fabric für RZ-Netze vorgestellt. Grundlage der Neuentwicklung ist die HP-FlexNetwork-Architektur. Die neuen Komponenten umfassen Switches und Router.
Mit dem HP 5900 Switch lassen sich in Kombination mit einem vSwitch Netzdienste wie Policies virtualisieren.
Mit dem HP 5900 Switch lassen sich in Kombination mit einem vSwitch Netzdienste wie Policies virtualisieren.
Foto: HP

Glaubt man den Angaben von HP, so hat er Konzern mit rund 40 SDN-Komponenten das derzeit größte Portfolio In Sachen Software Defined Networking. Damit sieht sich HP gut gerüstet, um auf Nachfragen von Anwendern zu reagieren, wenn diese beim Umzug in die Cloud feststellen, dass sich ihre bisherige Netzarchitektur als Flaschenhals entpuppt. Mit der SDN-basierten Fabric, so HP, seien die User deutlich flexibler, denn die Geräte müssten nicht mehr aufwändig konfiguriert werden.

Mit dem HP FlexFabric 12900 bringt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge den erste OpenFlow-kompatiblen Core-Switch auf dem Markt. Allerdings ist er erst ab Oktober verfügbar. Das Gerät unterstützt TRILL und SPB. Auf diese Weise könne er bis zu drei Mal mehr Daten pro 40-Gigabit-Ethernet-Port (GbE) transportieren. Und für den HP FlexFabric 11908 verspricht HP eine Leistungssteigerung virtualisierter Anwendungen von bis zu 50 Prozent. Das Gerät zählt zu den ersten OpenFlow-fähigen Aggregations-Switches. Der Switch verfügt über ein 10/40 GbE-Connectivity für Blade-Server. Das Bereitstellen von Netz-Services wie Routing, Firewall sowie Switching und andere Security-Dienste soll künftig die Router-Serie HP HSR 6800 übernehmen.

Mit dem FlexFabric 12900 bringt HP einen der ersten OpenFlow-fähigen Core Switches auf den Markt.
Mit dem FlexFabric 12900 bringt HP einen der ersten OpenFlow-fähigen Core Switches auf den Markt.
Foto: HP

Gleichzeitig hat HP zwei Software-basierte Lösungen angekündigt. So sollen sich mit dem HP FlexFabric Virtual Switch 5900v virtuelle und physische Fabric vereinheitlichen lassen. Im Kombination mit dem Switch HP FlexFabric 5900 seien so Netzfunktionen wie Policies und Quality of Service in VMware-Umgebungen realisierbar. Dabei trenne die integrierte Virtual-Ethernet-Port-Aggregator-Technologie (VEPA) die Server- und Netzwerkadministration voneinander. Die Virtualisierung von Netzfunktionen (Network Function Virtualization, NFV) auf Carrier-Niveau - von diesen wird auch in der Regel NFV nachgefragt - ermöglicht der HP Virtualized Services Router (VSR). Auf diese Weise lassen sich laut HP Netz-Services auf einer virtuellen Maschine erbringen.



Um in dem komplexen Geflecht aus physischen und virtuellen Netz-Devices nicht den Überblick zu verlieren, hat HP noch zwei Administrations-Tools vorgestellt, den Virtual Application Network Resource Automation Manager sowie den IMC SDN Manager. Der Virtual Application Network Resource Automation Manager bietet Vorlagen für Netzdienste und soll so die Konfiguration vereinfachen. Der IMC SDN Manager ist dagegen eine Software für Konfiguration, Beobachtung und Policy-Verwaltung und kann Netze im Campus, in Zweigstellen und Rechenzentren umfassen.

HPs SDN-Portfolio umfasst mittlerweile rund 40 Komponenten.
HPs SDN-Portfolio umfasst mittlerweile rund 40 Komponenten.
Foto: HP

Der FlexFabric Virtual Switch 5900v, die HP-Virtualized-Service-Router-Serie und die HP FlexFabric 12900 Switches sowie die Administrations-Tools sind laut HP in der zweiten Jahreshälfte beziehungsweise im Spätherbst verfügbar. Bereits erhältlich ist die HP-FlexFabric-5900-Switch-Serie. Ihre Preise beginnen bei 14.990 Dollar. Ebenfalls lieferbar sind die HSR-Router, deren Einstiegspreis bei 46.000 Dollar liegt. Voraussichtlich im Juni sollen die FlexFabric 12900 Switches auf den Markt kommen. HP beziffert den Anfangspreis mit 83.000 Dollar.