IT-Arbeitsmarkt im Herbst

Neue Hoffnung auf mehr Jobs

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Gute Nachrichten vom IT-Arbeitsmarkt: Im September ist die Zahl der ausgeschriebenen Jobs leicht angestiegen.

Nachdem in den letzten Monaten die Zahl der Offerten für Computerspezialisten rapide zurückgegangen war, ist nun ein erster Lichtblick sichtbar. Im September stiegen die freien Stellen gegenüber dem Vormonat um 17,5 Prozent, gegenüber dem September vom Vorjahr ist dies allerdings immer noch ein Minus von rund 41 Prozent. Über alle Branchen und Berufe hinweg wurden im September rund 110.000 Jobs ausgeschrieben, was einen Zuwachs gegenüber dem August von 11,4 Prozent bedeutet. Der Berliner Dienstleister AnzeigenDaten.de ermittelt diese Zahlen aus 89 Zeitungen und 19 Online-Jobbörsen.

Quelle: Fotolia, hati
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Ebenfalls ein Indiz, dass sich die Wirtschaft auf dem Wege der Erholung befindet, ist die zunehmende Beschäftigung von Zeitarbeitern im IT-Bereich. In der Krise sind sie die Ersten, die gehen müssen, weil man auf sie am ehesten verzichtet - aufgrund der flexiblen Verträge. Und wenn die Wirtschaft anzieht, greifen die Firmen wieder aus Flexibilitätsgründen auf diese Mitarbeiter zuerst zu. Um 34,2 Prozent stiegen im September die Angebote von Zeitarbeitsunternehmen für den IT-Bereich gegenüber dem Vormonat.

Softwarehäuser suchen wieder verstärkt

26,5 Prozent der Angebote kommen von Personalberatungen, die diese Stellen im Auftrag von Kunden vermitteln. Hier ist ein Zuwachs von 11,4 Prozent auf 2837 Jobs zu verzeichnen. Gute Nachrichten kommen auch aus anderen Branchen. Die meisten Offerten entfallen dabei auf die Elektro- und IT-Industrie, inklusive den Softwarehäusern, die je zirka 800 Stellen ausgeschrieben haben, was ein Plus von rund 17 Prozent gegenüber dem August bedeutet. Spektakulär ist der Zuwachs in der Telekommunikationsindustrie mit 45 Prozent sowie in den Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit 40 Prozent. Aber auch die Finanzdienstleister und der Maschinenbau sind auf dem Weg der Erholung.

Die meisten freien Stellen entfallen wie auch in den letzten Monaten auf Baden-Württemberg. 2046 Offerten kommen aus dem Ländle, was einem Zuwachs von rund 16 Prozent entspricht. Den zweiten Platz belegt Bayern mit etwa 2000 Offerten. Gegenüber dem Vormonat sind im südlichsten Bundesland die Angebote sogar um fast 19 Prozent gestiegen. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 1871 Offerten und damit einem Plus von 14,3 Prozent. Der nächste in der Tabelle, das Land Hessen, scheint sich von der Bankenkrise gut zu erholen, denn hier ist ein Wachstum um 39,8 Prozent auf 1385 freie Stellen zu vermelden. Positive Nachrichten kommen auch aus Hamburg (+ 16,8 Prozent, 562 Offerten), dem Nächstplazierten. Dagegen verzeichnet die Hauptstadt, die in den letzten Monaten mit guten Nachrichten auf sich aufmerksam machte, ein leichtes Minus von rund zwei Prozent auf 461. Nach wie vor durchwachsen ist die Situation in den neuen Bundesländern, wo vergleichsweise wenig Stellen ausgeschrieben werden. In Thüringen zum Beispiel 41 (-14,6 Prozent) oder in Sachsen-Anhalt 53. Lediglich Sachsen meldet 152 ausgeschriebene Jobs (+ 10,9 Prozent).

Die leichte Erholung entspricht auch den Einschätzungen der Personalberater, die nach schweren Monaten nun feststellen, dass sie wieder mehr Suchaufträge erhalten.