Volle Regale lassen Preise für Flach-Displays fallen

Neue Chance für LCD-Monitore?

10.11.2000
MÜNCHEN (CW) - Die Preise für Flüssigkristall-Displays könnten in den nächsten Monaten deutlich fallen, glauben viele Analysten. Nachdem in den letzten Monaten knappe Komponenten die Preise auf hohem Niveau hielten, sind seit kurzem die Lager der Hersteller wieder gut gefüllt. Auch bei den kleinformatigen Displays für mobile Devices scheint Besserung in Sicht.

"Viele Anbieter sitzen zurzeit auf einem Überangebot von Flachbildschirmen", verrät Herb Berkwits, Senior Product Manager bei Viewsonic. Als Folge fielen die Preise in den letzten drei Monaten von durchschnittlich 950 auf etwa 600 Dollar pro Display.

Das knappe Angebot an LCD-Modulen hatte in der Vergangenheit die Preise hoch gehalten. Seit die Hersteller dieser Bausteine die Fabrikation angekurbelt haben, sinken die Kosten für die Displays. Rhoda Alexander, Analyst bei Stanford Resources, warnt allerdings davor, dass die Preise bald wieder anziehen könnten. Wenn die Nachfrage steige, wie es bei der jetzigen Preissituation zu erwarten ist, könnten die Hersteller bald wieder mit Schwierigkeiten bei der Komponentenversorgung zu kämpfen haben.

Bislang konnten sich die LCD-Bildschirme wegen der hohen Kosten nicht gegen die herkömmlichen Röhrenmonitore durchsetzen. Das wird sich nach Ansicht der Marktforscher von International Data Corp. (IDC) vorerst auch nicht ändern. Zwar verzeichne das LCD-Segment ein Wachstum von 84 Prozent nach Stückzahlen pro Jahr. Dennoch werde der Anteil der Flachbildschirme am gesamten Monitormarkt bis 2004 nur auf 18 Prozent wachsen.

Mit der besseren Versorgung des Marktes mit großformatigen Displays scheint sich auch die Lage im Geschäft mit kleinen LCD-Modulen zu entspannen. Hersteller von Handhelds und Mobiltelefonen hatten zuletzt geklagt, aufgrund der problematischen Versorgungslage nicht genügend Geräte liefern zu können.

NEC und Casio haben jetzt eine strategische Partnerschaft für die Entwicklung und Herstellung von TFT-Bausteinen vereinbart. Die Allianz richtet sich vor allem auf das Segment der kleinformatigen Anzeigen mit Bilddiagonalen zwischen 1,5 und acht Zoll. NEC hat außerdem bekannt gegeben, eine neue Fertigungsstraße für Displays zu bauen. Im japanischen Akita sollen ab Frühjahr 2001 etwa 10000 zusätzliche LCD-Module vom Band laufen. Auch Casio will seine Produktionsanlage in Kochi bis zum nächsten Jahr ausbauen.