IoT, Netzneutralität, BYOD, Cloud und Co.

Netzwerk-Trends: Das müssen IT-Verantwortliche wissen

15.10.2015
Von Patrick Hubbard
Netzwerk-Verantwortliche sollten die Themen wie Internet of Things (IoT), Netzneutralität, Bring your own Device (BYOD), Software Defined Network (SDN) und Cloud in 2015 ganz oben auf der Prioritätenliste haben.

Bei der Netzneutralität geht es darum, dass Daten im Internet durch Internetdienstanbieter und Behörden unabhängig von Benutzern, Inhalten, Standorten, Plattformen, Anwendungen, die Art der angeschlossenen Geräte oder den Modus der Kommunikation gleich behandelt und auch gleich abgerechnet werden sollten. Befürworter der Netzneutralität, wie Lawrence Lessig, sind besorgt, dass Breitbandanbieter für die Anschlüsse ihrer Kunden Internetanwendungen und -inhalte (zum Beispiel Websites, Dienste und Protokolle) blockieren oder sogar ihre Mitbewerber ausgrenzen könnten.

Die Verfechter der Neutralität werfen den Telekommunikationsunternehmen vor, nach gestaffelten Dienstmodellen zu streben, um die Leitungen zu kontrollieren und den Wettbewerb auszuschalten, einen künstlichen Engpass zu erzeugen und Abonnenten zu zwingen, ihre ansonsten nicht wettbewerbsfähigen kostenpflichtigen Dienste in Anspruch zu nehmen. Viele halten die Netzneutralität zur Wahrung der gegenwärtigen Freiheiten für immens wichtig. Vinton Cerf, der als einer der Entwickler des Internetprotokolls und zusammen mit anderen als "Vater des Internets" gilt, sowie Tim Berners-Lee, Begründer des World Wide Web, und viele andere haben sich für die Netzneutralität ausgesprochen.

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Gegner der Netzneutralität erklären, Breitbanddienstanbeter hätten keine Absicht, Inhalte zu blockieren oder die Netzwerkleistung einzuschränken. Trotz dieser Erklärung gibt es mindestens einen Fall, bei dem ein Internetdienstanbieter, und zwar Comcast, iP2P-Verbindungen (Per-to-Peer) bewusst gedrosselt hat. 2007 verwendete ein anderes Unternehmen Deep Packet Inspection, um P2P, FTP und Onlinespiele unterschiedlich zu handhaben und ein Abrechnungsmodell wie bei Mobiltelefonen einzurichten - mit Zuschlägen, Mehrwertdiensten und Bündelung.

Kritiker der Netzneutralität führen auch an, dass ein gewisses Maß an unterschiedlicher Behandlung von Daten, insbesondere zur Gewährleistung der Dienstgüte, weniger problematisch als vielmehr äußerst wünschenswert sei. Bob Kahn, Mitentwickler des Internetprotokolls, hat den Begriff "Netzneutralität" als Schlagwort abgetan und spricht sich dagegen aus. Er gibt jedoch zu, dass er die Fragmentierung des Internets ablehnt, sobald dabei andere Teilnehmer ausgegrenzt werden. Gegner der Netzneutralität führen auch an, dass die beste Antwort auf die Drosselung durch Breitbandanbieter in einer Förderung des derzeit in vielen Bereichen eingeschränkten Wettbewerbs unter den Anbietern bestünde.

Je mehr diese Debatte in Fahrt kommt, umso besser müssen IT-Profis ihr Netzwerk und ihren Anwendungsstapel im Auge behalten, um sofort alle Tendenzen zu erkennen, die das Netzwerk verlangsamen oder gefährden könnten.