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Networks Associates einigt sich mit Aktionären

30.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der auf Sicherheits- und Antivirussoftware spezialisierte US-Anbieter Network Associates (NAI) will eine langjährige Aktionärssammelklage mit der Zahlung von 70 Millionen Dollar beilegen. Die Anleger beschuldigen das kalifornische Unternehmen und einige ehemalige Führungskräfte, sie hätten die Umsätze in den Jahren 1998 bis 2000 falsch verbucht, um den Aktienkurs künstlich in die Höhe zu treiben. Laut Anklageschrift nutzte das damalige Management, der ehemalige CEO Bill Larson, der frühere NAI-President Peter Watkins und der damalige Finanzchef Prabhat Goyal dabei unter anderem die als "Stuffing the Channel" bekannte Methode. Dabei werden Softwareerlöse nicht - wie vorgeschrieben - bei Zahlung des Endkunden, sondern bereits bei der Lieferung der Produkte an Vertriebspartner bilanziert. Nachdem die drei Topmanager nach einem überraschenden Verlust zurücktraten, hatte die

US-Börsenaufsicht SEC im Jahr 2000 die Ermittlungen gegen NAI aufgenommen.

Die Einigung stelle einen wichtigen Meilenstein für NAIs Weg von früheren Ereignissen hin zur Zukunft dar, so der amtierende Chairman und CEO George Samenuk. Die Company könne sich nun wieder voll und ganz auf das Geschäft und die Kunden konzentrieren. Die Vereinbarung muss noch vom zuständigen Bundesgericht in San Francisco gebilligt werden.

Wie das kalifornische Unternehmen weiter mitteilte, wird es die revidierte Bilanz für das Jahr 2002 sowie die Quartalsberichte für das erste Halbjahr 2003 nun am 31. Oktober bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen. NAI hatte bereits im Mai vergangenen Jahres die Ergebnisse der Geschäftsjahre 1998 bis 2000 berichtigt. Wegen erneuter Korrekturen wurde die Vorlage der Bilanzen dann aber im März 2003 auf unbestimmte Zeit verschoben. (mb)