Auslieferung beginnt schon im April

Netware v2.2: Novell wirft 286-Produkte jetzt in einen Topf

22.03.1991

HANNOVER (pg) - Gerade noch rechtzeitig zur CeBIT hat die Novell Deutschland GmbH die Freigabe zur Ankündigung von Netware v2. 2 erhalten. Zeitgleich mit der amerikanischen Mutter stellten die Düsseldorfer die Features der neuen Netware-Version auf der Messe vor, die alle 286. Produkte von Novell vereinheitlichen soll.

Wie die COMPUTERWOCHE schon in ihrer letzten Ausgabe vermutete, präsentiert der Marktführer in Sachen Netzwerk-Betriebssysteme die neue "Einheitssoftware" jetzt doch schon zur CeBIT. Buchstäblich in letzter Sekunde bekamen die Düsseldorfer das Okay von den Verantwortlichen aus der Zentrale in Provo, Utah. Laut Bernd Buchholz, General Manager der Novell GmbH, wird Netware v2.2 schon im April an die ersten Kunden in der Bundesrepublik ausgeliefert.

Das Produkt, das die Netware-Versionen ELS I und II, Advancedb sowie SFT unter einen Hut bringt, wurde von Novell entwickelt, um künftig Upgrades und Wartung zu vereinfachen. Für Anwender früherer 286-Netware ist Buchholz zufolge die Migration zu Netware v2.2 problemlos möglich. Sämtliche Vorgängerversionen, so ein Sprecher der GmbH, werden von Novell jetzt peu a peu aus dem Programm genommen.

Novell bietet Netware v2. 2 in vier Konfigurationen für fünf, zehn, 50 und 100 User an. Damit soll dem Netz-Manager die Möglichkeit eingeräumt werden, die Größe des Netzwerkes individuell auf Einsatzgebiet und Zahl der Anwender abzustimmen. Mit diesem Angebot reagiert das Management von Novell vermutlich auf die Politik von Microsoft, das den LAN Managerebenfalls in variablen Konfigurationen für kleine und große User-Gruppen verkauft.

Preisangaben für die flexiblen Softwarepakete konnte die Novell GmbH noch nicht machen. Ein Sprecher teilte lediglich mit, Novell werde mit attraktiven Zahlen aufwerten. Ziel sei eindeutig, Netware v2.2 als einheitliches Low-end-Produkt für Netware 286 zu plazieren, ebenso wie Netware 386 durch die Version 3. 11 als High-end abgelöst werden soll.

Bestätigt haben sich auch die in der COMPUTERWOCHE angestellten inhaltlichen Spekulationen zu der neuen Software. Als Sicherheitselemente wird Netware v2. 2 Read-after-Write-Verifikationen, Hot Fix, UPS-Monitoring, Plattenspiegelung, Backup-Verfahren und ein Transaction-Tracking System beinhalten.

Darüber hinaus verfolgt die Company mit dem Produkt das Ziel, die Installation von Netware zeitlich und technisch zu erleichtern. Mit Install, Nwsetup, Routegen und Wsgen wurden laut Novell modifizierte Programme für die schnellere und komfortablere Implementation von Netware in der Software integriert.

Install liefert wahlweise die Option für kleine oder große Netzkonfigurationen mit der Möglichkeit, bestehende Netware-Installationenaufzurüsten. Das Programm Nwsetup kreiert automatisch für jeden Anwender eine eigenen Nutzerbereich mit Paßwort und Home Directory. Routegen generiert im Gegensatz zu Netware v2. 1X keine Bridge mehr, sondern in kürzerer Zeit als bisher einen externen Router. Wsgen schließlich erzeugt im Netz DOS-Workstation-Programme oder Shells, die für den Zugriff dieser Rechner auf das Netz nötig sind.

Neben anderen Features besitzt Netware v2. 2 auch nahezu alle Common Utilities von Netware 3. 11 und mit einem dedizierten und nicht-dedizierten Modus zwei flexible Server-Operationen. In dem neuen Produkt sind außerdem Netware für Macintosh 2. 2e OS/2-Workstation-Support und jetzt auch 3Com-Driver enthalten. Damit unterstützt Novell außer Token-Ring, PCN2, Novell RX-Net und Ethernet künftig auch die Ethernet-Adapter von 3Com.