Webanalyse

netmind vereint Webcontrolling und BI

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Der Anbieter Mindlab stellt mit "netmind BI Feeder" eine Technik vor, die Traffic- und Nutzerdaten von der Website in Business-Intelligence-Systemen überträgt und dort auswertbar macht. Unternehmen erhalten so tiefere Einblicke in ihre Geschäfte.

Unternehmen können heute den Verkehr und das Nutzerverhalten (Sessions) auf ihrer Website mit Hilfe spezieller Produkte für Webcontrolling beziehungsweise Webanalyse wie Google Analytics, netmind, Omniture, Sitestat oder auch mit Open-Source-Werkzeugen wie Analog oder AWstats auswerten. Eine Verwertung der Web-Daten in internen Lösungen für Business Intelligence (BI) für Analyse und Reporting ist hingegen meist nicht vorgesehen oder technisch schwierig. Dies hat nach Ansicht der auf Webanalytics spezialisierten Firma Mindlab zur Folge, dass Unternehmen nicht nur zwei Infrastrukturen für die Datenanalyse parallel betreiben müssen, sondern dass wichtige Daten und Kennzahlen aus dem Web nicht zur internen Bewertung der Unternehmensleistung und Risiken herangezogen werden (mehr zum Thema Webanalytics finden Sie hier).

Webtraffic ins Data Warehouse oder BI-Datenbank

Eine Brücke zwischen den Analysewelten soll die Produktreihe netmind BI Feeder schlagen, der jetzt auf den Markt kommt. Die Software verwendet die Tracking-Technik des bisherigen Webanalyse-Tools netmind 4.0 (ohne dessen Benutzeroberfläche) und sammelt zunächst Nutzerinformationen (Session-Logfiles) sowie Pixel auf der Website, wertet die Daten im Rahmen eines ETL-Prozesses aus und aggregiert sie zu Flat Files. Diese Reporting-Daten können anschließend per BI Feeder über Standardschnittstellen wie JDBC und ODBC in ein Data Warehouse geladen und dort mit weiteren Zahlen etwa zum Umsatz angereichert werden. Anschließend erfolgen die Analyse und das Reporting mit Hilfe von BI-Tools.

schematischer Blick auf die Datenprozesse zwischen dem BI Feeder und BI-Umgebungen. Quelle: Mindlab
schematischer Blick auf die Datenprozesse zwischen dem BI Feeder und BI-Umgebungen. Quelle: Mindlab
Foto: Mindlab

Alternativ ist laut Heinz D. Schultz, CEO von Mindlab, eine direkte Übermittlung der Ergebnisse der Webanalyse in die Datenbank der BI-Software denkbar. Gesteuert über die Event-Manager-Funktionen der BI-Software könnten so Web-Analysedaten im gewünschten Zielformat zeitnah bereitstehen und sich für eine Reporting und eine grafische Aufbereitung verwenden lassen. Schultz könne sich vorstellen, dass zum Beispiel BI-Anbieter von In-Memory-Technik wie QlikTech über den BI Feeders eine Echtzeit-Auswertung von Web-Daten (Sowohl Roh- als auch aggregierter Daten) vornehmen, wobei jeweils Datenausschnitte (Datenfenster) eines bestimmten Zeitraums geladen werden -soweit der Speicher noch Platz bietet. Zudem könnten Anwender mit dem Tool "Qliktech Developer" eigene Templates erstellen (siehe auch die Ankündigung zu QlikView 9).

Bei der technischen Integration sowie der Vorauswahl und Abbildung wichtiger Kennzahlen aus der Fülle der Website-Informationen arbeitet Mindlab neben QlikTech mit weiteren BI-Anbietern wie Jedox, Talend, IBM/Cognos, Oracle, SAP beziehungsweise deren Partner zusammen. Das Ergebnis sind so genannte Blueprints. So hat der Hersteller beispielsweise zusammen mit dem Cognos-Partner STAS rund zehn BI-relevante Kennzahlen anhand solcher Vorlagen vordefiniert.

Lesen Sie auf der nächsten Seite in welchen Versionen es BI Feeder geben wird und welche Pläne der Hersteller in puncto Open Source hat.