iSuppli-Analystin

Netbooks mit zwölf Zoll bleiben die Ausnahme

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Trotz einiger neuer Geräte mit größeren Displays werden die meisten Netbooks auch künftig eine Diagonale von zehn Zoll oder weniger aufweisen, prognostiziert eine Analystin.

Nach Einschätzung von Vinita Jakhanwal, Analystin bei iSuppli, ist es unwahrscheinlich, dass die derzeit populären Netbook-Kleinrechner in signifikanter Anzahl über eine Bildschirm-Diagonale von zehn Zoll herauswachsen. Zwar seien Geräte mit zwölf Zoll etwa von Dell, Samsung und Lenovo entwickelt worden, doch werde das Gros der Netbooks auch künftig auf Bildschirmen mit einer Auflösung von 800x400 (VGA) beziehungsweise 1024x600 (SVGA) basieren. Hintergrund sind die Kosten für größere Displays, die derartig ausgestattete Netbooks in den Preisbereich normaler Notebooks herauftreiben würden, so die Analystin. Zudem sei die Mobilität, eines der wichtigsten Merkmale für Kunden, durch größere Geräte eingeschränkt.

Statt dessen geht Jakhanwal davon aus, dass Hersteller die LCD-Bildschirme zunehmend durch LED-Screens ersetzen werden. Diese seien günstiger im Stromverbrauch und würden bei der Produktion zudem kein Quecksilber benötigen. Der Aufpreis hierfür betrage lediglich ein paar Dollar. Laut iSuppli werden dieses Jahr rund 24,4 Millionen Netbooks abgesetzt, 2012 sollen es knapp 48 Millionen Geräte sein. Das Format von zehn Zoll bildet mit 55 Prozent den Löwenanteil, kleinere Bildschirme machen knapp 40 Prozent aus.

Die ersten Netbooks aus dem Hause Asus (Eee) und vom Projekt One Laptop per Child (OLPC) waren mit Bildschirmen ausgestattet, die eine Diagonale von sieben Zoll aufwiesen. Deren Marktanteil soll von 25 Prozent im Vorjahr auf weniger als fünf Prozent im laufenden Jahr schrumpfen, schätzt iSuppli. Chip-Hersteller vie Intel, Via und Nvidia haben den Trend genutzt und CPUs sowie GPUs entwickelt, die das Größenwachstum auch unterstützen. Kleinere Geräte werden hingegen von Mobilfunkanbietern bevorzugt, die Netbooks mit Mobilfunkverträgen bündeln.