Storage

Netapp will von ungebrochenem Datenwachstum profitieren

29.06.2010
Der Anbieter von Speichersystemen Netapp rechnet auch im laufenden Jahr mit einem ungebrochenen Datenwachstum bei seinen Kunden.
Alexander Wallner (Foto: Netapp)
Alexander Wallner (Foto: Netapp)

"Datenwachstum macht vor einer Wirtschaftskrise nicht Halt", sagte Deutschland-Chef Alexander Wallner im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Sein Unternehmen habe davon in zweierlei Hinsicht profitiert: "Zum einen, weil Outsourcing-Anbieter gewachsen sind, aber auch, weil Kunden drastischer denn je mittel- und langfristige Einsparmaßnahmen aufgestellt haben." Durch die Auslagerung von IT und Rechenzentren hoffen Unternehmen, in der Krise Geld zu sparen.

Netapp gehört zu den weltgrößten Herstellern von Datenspeichern, wie sie in Rechenzentren von Firmen eingesetzt werden. Weltweit konnte das US-Unternehmen mit Sitz in Sunnyvale im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr seine Umsätze um 15 Prozent auf 3,93 Milliarden Dollar steigern. "In Deutschland war das Wachstum im vergangenen Jahr nicht unerheblich stärker", sagte Wallner. "Das gleiche streben wir auch dieses Jahr wieder an." Deutschland ist der größte nationale Markt von Netapp in der Region EMEA.

Eine Folge der Krise sei allerdings, dass die Unternehmen auch mehr und mehr an Finanzierungslösungen interessiert seien, sagte Wallner. "On-Demand-Modelle werden sehr stark nachgefragt." Dahinter stehe häufig eine große Unsicherheit und der Drang zur Kostenkontrolle. "Wachstum ist für die Kunden immer schwerer planbar." Außerdem wollten die Unternehmen nur noch bezahlen, was sie tatsächlich nutzen.

Am Trend-Thema Cloud Computing kommt Netapp nicht mehr vorbei: "Kunden haben das auch oft schon im Hinterkopf, wenn sie mit uns das Thema Virtualisierung angehen", sagte Wallner: "Wir wachsen aber unabhängig vom Cloud-Trend." Unter Virtualisierung von Speicherplatz versteht man die Darstellung von Daten unabhängig von ihrem eigentlichen Speicherort. Cloud Computing schließt Dienstleistungen wie Softwareanwendungen mit ein.

"Cloud Computing ist für mich nichts anderes als eine konsequente Fortsetzung des Themas Virtualisierung", sagt Wallner und betont: "Wir sind kein Cloud-Anbieter. Wir liefern Speicherplatz in der Cloud-Umgebung." Die Cloud-Dienstleistungen wie Software kämen hingegen von Partner-Unternehmen wie der Telekom-Tochter T-Systems oder IBM.

Von der Idee einer "Deutschen Cloud", wie sie Bitkom-Präsident Scheer im Frühjahr auf der Cebit propagierte, zeigt sich Wallner allerdings nicht überzeugt: "Ich persönlich halte das für nicht zeitgemäß. Wir haben eine globalisierte Welt, insofern macht eine deutsche Cloud keinen Sinn." Allerdings räumt er ein: "Deutsche Kunden sind sehr sicherheitsgetrieben und sehr konservativ. Die Kunden setzen deshalb auf Provider, die sie kennen und einschätzen können." (dpa/tc)